«Laden muss weg aus Stadt»
Stadtrat und Kreisverband der SPD gegen Nazi-Shop in Köthen
VON HELMUT DAWAL, 24.10.08, 18:14h, aktualisiert 24.10.08, 18:53h
KÖTHEN/MZ. "Dieser Laden muss aus unserer Stadt weg, dafür müssen wir alle miteinander kämpfen." Das äußerte Oberbürgermeister Kurt-Jürgen Zander (SPD) zur Sitzung des Köthener Stadtrates am Donnerstagabend und bekam dafür Beifall von allen Fraktionen.
Schon am Eingang zum Rathaus wurden die Abgeordneten auf ein Problem hingewiesen, das derzeit die demokratischen politischen Kräfte in Köthen bewegt: In der Lohmannstraße will sich ein rechter Szene-Laden etablieren (die MZ berichtete bereits). Stadtrat Michael Deißner (CDU) verteilte deshalb Flugblätter, auf denen über Neonazi-Läden und die rechte Szene aufgeklärt wird und die Detailinformationen zu "Nordic Flame" enthalten. Das Geschäft mit diesem Namen wurde in Bernburg geschlossen und will nun in Köthen Fuß fassen.
"Der Stadtrat und seine demokratischen Fraktionen haben nie Zweifel daran gelassen, dass wir gegen rechtsextreme Tendenzen sind", sagte der Oberbürgermeister. Das bleibe auch künftig der Fall. "Wir werden alle Möglichkeiten nutzen, die uns der Rechtsstaat bietet, um dieses Geschäft aus der Stadt zu bekommen", kündigte der OB an, warnte jedoch vor Aktionismus.
Welche Schritte die Stadt genau gehen will, dazu wollte Zander am Freitag auf MZ-Anfrage keine Details nennen. Der OB hat sich zwischenzeitlich mit dem Besitzer des Hauses in Verbindung gesetzt, der den Laden vermietet hat. "Der Hauseigentümer hatte nicht gewusst, an wen er vermietet und er hatte keine Ahnung, um welche Art von Laden es sich handelt", informierte Zander über dieses Gespräch.
Auch bei der SPD hat sich Widerstand geregt. "Der Umzug eines rechten Szeneladens von Bernburg nach Köthen wirft ein schädliches Licht auf unsere Region", äußerte Thomas Engler, Vorsitzender des SPD-Kreisverbandes Anhalt-Bitterfeld (die MZ berichtete). "Wir haben Jan Kiese als Vorsitzenden des Netzwerkes für Demokratie und Toleranz aufgefordert, alle demokratischen Kräfte zu bündeln und über Handlungsstrategien zu sprechen", so Engler.
Er hofft darauf, dass sich in Köthen ein ähnlich großer Protest entwickelt wie in Bernburg. Die breite Demonstration von 800 Menschen und die Aktivität des lokalen Netzwerkes gegen Rechts habe in Bernburg zum Umzug des in der Stadt unerwünschten Ladengeschäftes geführt. "Wir wollen diesen Laden auch in unserem Landkreis nicht", betonte der SPD-Kreisvorsitzende.





















