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Zweiter Neubau im fernen Johannesburg

2007 haben Studenten in Südafrika eine Bibliothek gebaut - Neues geplant

VON STEFFEN BRACHERT, 22.10.08, 20:24h, aktualisiert 22.10.08, 21:22h
Studenten der Hochschule Anhalt
Die Studenten der Hochschule Anhalt planen ihr zweites Südafrika-Projekt. (Foto: MZ)
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DESSAU/MZ. Ende Januar war es noch ein Wunsch gewesen. "Ich will alle ermuntern", sagte damals Dieter Orzessek, Rektor der Hochschule Anhalt, "weiter solche Projekte in Angriff zu nehmen." Dessauer Studenten der Architektur und des Facility Managements hatten da gerade für Aufsehen gesorgt - und fernab von der Heimat, in einem Township im südafrikanischen Johannesburg, eine Bibliothek gebaut. Nicht ohne Folgen: Die Initiative "Deutschland - ein Land der Ideen", Schirmherr ist Bundespräsident Horst Köhler, fand das Projekt so bemerkenswert, dass es ausgezeichnet wurde. Der 29. Januar war der große Tag der Dessauer Studenten. Orzessek war der Stolz bei der Feierstunde anzumerken.

Pläne auf dem Tisch

Fast neun Monate später sitzen erneut 23 Dessauer Studenten in einem Beratungsraum der Hochschule Anhalt. Die Zweit- und Drittsemestler wollen nach Südafrika. In dem Johannesburger Township soll dieses Mal ein Klassenraum und ein Werkstattgebäude entstehen. Vom Entwurf bis zur Übergabe vor Ort. Erste Pläne liegen auf dem Tisch. "Unser Ziel ist es, für die Schüler eine Ausbildungsstätte zu schaffen, in der ihnen gezielt klassische Kenntnisse wie Englisch, Mathematik und Naturwissenschaften, aber auch praktische Fähigkeiten wie Mauern, Tischlern oder Elektroinstallation beigebracht werden", heißt es in einem Flyer, der für das Projekt wirbt.

Werbung ist auch nötig. 60 000 Euro wird das gesamte Vorhaben kosten. Inklusive des Baus, der Materialien, der Reisekosten und der Verpflegung vor Ort. "Wir bemühen uns gerade, Spenden zu sammeln", sagt Sebastian Opp. Der war schon voriges Jahr in Südafrika dabei - und koordiniert in Abstimmung mit Professor Claus Dießenbacher und mit Studienkollegin Carola Rauch auch das neue Projekt.

"Unser Vorteil ist, dass wir die Erfahrungen aus dem Vorjahr nutzen können", sagt Opp. Im bautechnischen Bereich. Vor allem aber in Bezug auf die notwendigen Spenden. "2007 haben wir viel zu spät angefangen zu sammeln." Am Ende mussten Professoren und Studenten einen 25 000-Euro-Kredit aufnehmen, um das Projekt durchziehen zu können. Es ist bis heute ein Drahtseilakt. Noch immer fehlen 6 000 Euro. "Wir", sagt Opp, "arbeiten an Lösungen." Einen zweiten Anlauf verhindert das nicht. Im Gegenteil. "Wir fühlen uns besser vorbereitet." Es gibt schon jetzt mündliche Zusagen für die Hälfte des benötigten Geldes. Viele Gespräche stehen noch aus.

Drei Monate waren die Studenten 2007 in Südafrika. Der Alltag war anstrengend. Es gab die Sieben-Tage-Woche und nur wenig freie Tage. 7 Uhr hatte ein Transporter die Studenten von der Unterkunft zur Baustelle gebracht. "Sonnabend und Sonntag", erinnert sich Opp, "haben wir uns den Luxus geleistet, erst um 8 Uhr zu starten." 19 Uhr ging es zurück. Meist. "Anfangs haben wir auch schon mal bis 21, 22 Uhr gearbeitet, um das Projekt fertig zu bekommen." Bei 30 Grad. "Wir haben den neuen Interessenten keine Infos vorenthalten", versichert Opp schmunzelnd. "Jeder weiß, was ihn erwartet."

Entstehen soll ab Juli 2009 in Johannesburg ein Klassenraum und ein Werkstattgebäude für 30 Schüler des Ithuba Skills College. 16 Häuser haben die Studenten in einem Kurs entworfen. Gebaut wird ein Best-Of. Gerade wird die Ausführungsplanung angegangen.

Optimistisches Denken

2007 waren die teilnehmenden Studenten weiter im Studium - und damit erfahrener in Sachen Planung und Bauen. Für 2009 wird die Vorbereitung deshalb noch intensiver. Der Respekt vor der Aufgabe ist groß. Der Respekt vor dem Land auch. "Wir wissen natürlich um die Sicherheitsproblematik in Südafrika", sagt Sebastian Opp. "Doch wir hatten voriges Jahr keine Probleme und denken da auch für das Jahr 2009 optimistisch."


    
    
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