Amtsgericht Halberstadt
Geldstrafe für NPD-Chef im Kreistag Harz
Michael Schäfer wird wegen Beleidigung verurteilt
erstellt 19.09.08, 20:26h
HALBERSTADT/MZ/AST. So still
wie am Freitag im Halberstädter Amtsgericht ist
der Harzer Kreistagsfraktionschef der rechtsextremen
NPD, Michael Schäfer, sonst selten in der
Öffentlichkeit zu erleben. Im Gericht wollte
sich der Politikstudent nicht zu dem Vorwurf
äußern, wonach er im Januar den Fraktionsvorsitzenden
der Grünen im Kreistag, Peter Lehmann, als
"selbst ernannten Kopf der Gesinnungsmafia"
beschimpft haben soll.
Durch seinen Verteidiger Christian Stünkel
ließ er erklären, dass er dies nicht bestreitet.
Die Äußerung sei jedoch nicht als persönliche
Beleidigung gemeint gewesen, sondern "im Rahmen
der politischen Auseinandersetzung" entstanden,
so Stünkel. Er verwies auf das Recht auf Meinungsfreiheit
und beantragte Freispruch.
Richter Holger Selig jedoch sah die Grenze
dessen, was hinnehmbar ist, überschritten
und verurteilte den 25-Jährigen zu einer Geldstrafe
in Höhe von 400 Euro. Damit folgte er dem
Antrag der Staatsanwaltschaft. "Für mich ist
das ein Stück Genugtuung", sagte Peter Lehmann,
der auch Sprecher des Bürgerbündnisses für
Weltoffenheit und Demokratie in Wernigerode
ist. In der Verhandlung hatte er den Vorschlag
des Richters für eine Schlichtung durch eine
öffentliche Entschuldigung des Angeklagten
nicht angenommen, weil es sich "nicht um einen
einmaligen Ausrutscher" gehandelt habe, sondern
um eine "Kette von Beleidigungen". Verteidiger
Stünkel kündigte unterdessen Revision an.
Michael Schäfer gehörte zu den Führungsfiguren
der gewalttätigen "Wernigeröder Aktionsfront"
und ist heute auch Bundesvorsitzender der
NPD-Nachwuchsorganisation "Junge Nationaldemokraten".












































