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Eigene Ängste gegen Fremde abbauen

Das Netzwerk für Demokratie und Toleranz lädt zum Tag des ausländischen Mitbürgers ein

VON ANNE PASSOW, 23.09.08, 18:33h, aktualisiert 23.09.08, 19:38h
KÖTHEN/MZ. "Als Bachstadt werben wir immer damit, dass wir weltoffen sind. Das wollen wir jetzt auch zeigen", sagt Jan Kiese, Vorsitzender des Netzwerkes für Demokratie und Toleranz, ein Bündnis aus Einzelpersonen und Gruppierungen, das sich gegen Fremdenfeindlichkeit und Gewalt engagiert. Kiese spricht vom Tag des ausländischen Mitbürgers, den das Netzwerk am Montag, dem 29. September, in Köthen veranstaltet. Hintergrund ist die bundesweit stattfindende interkulturelle Woche, eine Initiative der Deutschen Bischofskonferenz, der Evangelischen Kirche und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie. Diese findet jährlich Ende September statt. "Wir haben ja in den vergangenen drei Jahren bereits Aktionen zu diesem Datum gemacht", sagt Gisela Hack vom Studienkolleg Köthen, das ebenfalls beim Netzwerk für Demokratie und Toleranz organisiert ist.

"Dieses Jahr präsentieren wir uns aber das erste Mal im Stadtzentrum." "Es gibt so viele Ausländer, die in Köthen leben, studieren oder arbeiten. Da ist es sehr wichtig, dass wir uns mit einer eigenen Aktion an der interkulturellen Woche beteiligen", betont Kiese. Auch gelte es zu zeigen, dass in den kleinen Orten Sachsen-Anhalts die Rechten nicht das Sagen hätten.

An der Aktion, die von 14 bis 18 Uhr auf dem Holzmarkt stattfindet, nimmt auch der Oberbürgermeister teil. Kurt-Jürgen Zander, Schirmherr des "Tages des ausländischen Mitbürgers", hält eine Rede, und Parteien, Vereine sowie Organisationen, die im Bereich Integration tätig sind, stellen sich dort vor. Neben der SPD und der Linken ist diesmal erstmalig auch die CDU vertreten. "Darüber freuen wir uns besonders, denn wir wollen Parteien aus unterschiedlichen Richtungen dabei haben", betont Hack. Zum Kulturprogramm des "Tages des ausländischen Mitbürgers" gehören unter anderem Tanzauftritte eines Bitterfelder Turnvereins, einer Hortgruppe und einer Studentengruppe. Mitmachstände laden vor allem Kinder zum Gestalten ein, und die Erwachsenen haben die Möglichkeit, sich am neuen Einbürgerungstest zu versuchen.

"Dadurch, dass wir erstmals im Zentrum stehen, hoffen wir auf viel Laufkundschaft", sagt Jan Kiese und betont, dass jeder willkommen ist. "Wir wollen, dass Deutsche auf der einen Seite ihre Ängste gegenüber Fremden abbauen. Auf der anderen Seite möchten wir ausländischen Mitbürgern zeigen, welche Ansprechpartner sie haben und wo sie sich einbringen können." Dafür sei auch die Teilnahme von verschiedenen Sportvereinen wie dem Basketballverein Sandersdorf wichtig. Die Mitgliedschaft in Vereinen könne schließlich ein Weg für Ausländer sein, sich zu integrieren und in der Gesellschaft anzukommen.

Der "Tag des ausländischen Mitbürgers" findet am Montag, dem 29. September, von 14 bis 18 Uhr auf dem Köthener Holzmarkt statt.


    
    
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