Tafel an der Tür des Gymnasiums kündet von Schule der Gewaltfreiheit
Titel «Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage» verliehen
VON ROMAN HAEUSGEN, 18.09.08, 18:09h, aktualisiert 18.09.08, 22:17h
HETTSTEDT/MZ "Wenn man als ehemaliger Schulleiter so begrüßt wird, dann wird man als Politiker neidisch." Landrat Dirk Schatz (CDU) hatte das scherzhaft gemeint, damit aber zugleich die fröhliche Stimmung kommentiert, die Donnerstagvormittag am Marktgymnasium Hettstedt bei einer Festveranstaltung herrschte. Mit freundlichem Klatschen wurden eine Reihe von Vertretern aus Landesverwaltung, Landtag, der Kommune und auch Lehrer begrüßt, Ex-Schulleiter Reinhold Unterschütz aber erhielt von den Schülern sogar geradezu frenetischen Beifall. Jedenfalls waren sie alle - unter ihnen auch Umweltministerin Petra Wernicke (CDU) - gekommen, um ihrerseits den Mädchen und Jungen des Gymnasiums zu gratulieren. Immerhin wurde ihnen Donnerstag von der Landeszentrale für politische Bildung der Ehrentitel "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" verliehen.
Das Hettstedter Gymnasium, dem bei dieser Gelegenheit Schatz auch den Bestand für die Zukunft zusicherte, ist in Sachsen-Anhalt die 22. Schule, die einen solchen Titel erhielt. Ihm voraus gingen zahlreiche Aktivitäten und Initiativen, die das Bemühen um Toleranz, Antirassismus, Verständigung und Gewaltfreiheit zum Inhalt haben.
Dabei waren verschiedene Projekte zu meistern, wie das die Organisations-Leiterin Annette Suttkus, Lehrerin für Deutsch und Geschichte, zum Ausdruck brachte. Selbst initiierte Musikveranstaltungen gehören ebenso dazu wie eine Diskussion mit Politikern, der Besuch eines politisch aufklärenden Theaterstückes und die Reise zum ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald. Auch Projekte innerhalb der Schule wurden realisiert, so wie überhaupt "das Ganze mit dem Unterricht zu verbinden ist", wie Frau Suttkus zur MZ sagte. Unter anderem haben Schüler einer zehnten Klasse für Jüngere ein Unterrichtsprojekt über den Sudan vorbereitet. Auch eine Päckchenaktion für Rumänien gab es sowie ein Schulfest unter dem Motto "Viele Kontinente - eine Welt", ergänzte der stellvertretende Schulleiter Werner Hörold, der zugleich den zahlreichen Unterstützern der Projekte dankte.
Auch Geld wurde gesammelt. So kamen zum Beispiel 500 Euro für Kinder in Nepal zusammen und weitere 500 Euro konnten an den Hettstedter Pfarrer Sebastian Bartsch zur Unterstützung der Tanzania-Hilfe der Jakobi-Gemeinde überreicht werden. Bartsch dankte den Schülern. "Das ist ganz gewaltig, was ihr auf die Beine gestellt habt", sagte er.

















































