Stadtentwicklung
Leipziger Idee macht Schule
Neben Kommunen in Ostdeutschland hätten auch Städte im Westen Interesse an dem Konzept angemeldet. Beispielsweise Wuppertal. "Die Leute von der Stadtverwaltung waren von der Idee sehr begeistert", berichtet Lasche. Allerdings sei dort noch längst nichts spruchreif. "Es dauert immer eine Weile bis zur Umsetzung."
Auch Halle ist dabei
In Halle muss niemand mehr von der "Wächterhaus"-Idee überzeugt werden. Seit Juni vorigen Jahres gibt es dort im Stadtteil Giebichenstein, unweit der Kunsthochschule, das erste - und bisher einzige - Wächterhaus der Stadt. Galerien sind eingezogen und ein Treffpunkt für Studenten. Der Trägerverein, der nach dem Vorbild von Leipzig "Haushalten Halle" heißt, plant mittlerweile weitere Projekte im Stadtteil Glaucha, wo der Leerstand bei 30 Prozent liegt. Dort soll es vor allem um die Nutzung leerer Läden gehen. Interessenten dafür gibt es dem Verein zufolge mehr als genug. Auch in Leipzig sucht der "Haushalten"-Verein nach weiteren geeigneten Wächterhäusern - bisher gibt es zehn.
Ob Leipzig, Halle oder Chemnitz, wo die Idee ebenfalls Schule macht: Das Prinzip ist einfach - Leute, die wenig Geld haben, etwa Vereine oder Studenten, die Ateliers benötigen, erhalten kostengünstig Räume. Sie legen selber Hand an beim Ausbau, zahlen nur die Nebenkosten, aber keine Miete. So bewahren sie ein über Jahre leerstehendes Haus vor weiterem Verfall - was auch dem Eigentümer nützt und Stadtquartiere belebt. Die Vereine vermitteln zwischen Hausbesitzern und möglichen Nutzern.
Meist Eckhäuser
Meist gehe es dabei um markante, denkmalgeschützte Eckhäuser an großen Hauptstraßen, die kleine Hinterhöfe haben und wo die Lärmbelästigung sehr hoch ist, sagt Doreen Lasche vom Leipziger Verein. Sie zu sanieren und die Wohnungen zu vermieten, lohne sich derzeit auf dem entspannten Wohnungsmarkt nicht. Das Konzept sei aber nur etwas für die Zeit zwischen Leerstand und Sanierung oder Verkauf der Häuser. Die Nutzungsverträge würden nur für fünf oder zehn Jahre geschlossen - "und dann schaut man, ob sich der Wohnungsmarkt anders entwickelt hat."































