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Sachsen-Anhalt

800 Rechte im Land sind gewaltbereit

Ministerium legt Zahlen vor - Krach in NPD: Bundespartei greift ein

VON Hendrik Kranert und Alexander Schierholz, 09.09.08, 21:41h, aktualisiert 05.02.09, 20:59h
Demonstration
Teilnehmer einer Demonstration der NPD tragen in Berlin ein Transparent. (Foto: ddp)
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Magdeburg/MZ. Laut Innenminister Holger Hövelmann (SPD) gehören in Sachsen-Anhalt etwa 800 von insgesamt 1 400 Rechtsextremen dem gewaltbereiten Spektrum an. Die Gruppen treten vor allem in Magdeburg und Dessau-Roßlau, in den Kreisen Jerichower Land, Anhalt-Bitterfeld, Mansfeld-Südharz und Harz sowie in Bismark in der Altmark in Erscheinung. Neueste Erscheinungsform sind die so genannten Autonomen Nationalisten. Sie zeichnen sich durch extreme Gewaltbereitschaft aus und sind infolge der Übernahme von Symbolen der linksautonomen Szene kaum von dieser zu unterscheiden. Während es laut Hövelmann bislang keine Autonomen Nationalisten im Land gibt, ordnet die Arbeitsstelle Rechtsextremismus eine Gruppe in Querfurt dieser Szene zu.

Nicht professionell

Unterdessen hat die Arbeitsstelle Rechtsextremismus vor Euphorie angesichts des internen Machtkampfes im Landesvorstand der rechtsextremen NPD gewarnt. "Dass eine Partei in der Krise ist, heißt nicht, dass alle rechten Strukturen in Sachsen-Anhalt plötzlich zerfallen", sagte der Experte David Begrich, der die NPD geschwächt sieht: Die Partei habe im Land keine Integrationsfigur, die junge Neonazis genauso anspreche wie die Mitglieder, die aus der NPD die "Partei des kleinen Mannes" machen wollten.

Zudem habe der Erfolg bei der Kommunalwahl im vergangenen Jahr "nicht für einen Professionalisierungsschub gesorgt". Die Rechten waren damals in sieben Kreistage eingezogen, bis auf den Harz und den Burgenlandkreis dümpelten sie aber vor sich hin, sagte Begrich.

Hilfe aus Schwerin

Seit Montag besteht der NPD-Landesvorstand nur noch aus Vize Matthias Heyder und einem Beisitzer. Die anderen sieben Mitglieder um die Vorsitzende Carola Holz hatten hingeworfen. Sie sind sich nicht einig darüber, ob die NPD nach außen eher radikal (Holz) oder eher moderat (Heyder) auftreten soll (die MZ berichtete). Die Bundes-NPD will nun ihren Generalsekretär Peter Marx nach Sachsen-Anhalt schicken. Er ist zurzeit Fraktionsgeschäftsführer in Schwerin.


    
    
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