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Breitensport

Kampfrichter-Nachwuchs besteht erste Bewährung

Mehrkampf-Wochenende für Praxis genutzt - Schwierigkeiten mit Testfragen

VON Andreas Bürkner, 22.08.08, 17:53h, aktualisiert 22.08.08, 20:02h
Kampfrichter-Neulinge
Vor der ersten Bewährungsprobe für die Kampfrichter-Neulinge Dustin Krause und Silvana Brink (m.) erläuterte Jens-Uwe Schoof (2. v .l.) an der Hochsprunganlage das Einmessen der Höhe sowie den Ablauf des Wettbewerbs. (MZ-Foto: Chris Wohlfeld)
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Quedlinburg/MZ. "Wie soll denn ein Wettbewerb ablaufen" fragte vor längerer Zeit das Urgestein der Quedlinburger Leichtathleten, Lothar Fricke, seine Mitstreiter in der Abteilung, "wenn es dafür keine Kampfrichter gibt?" Mit Sorge beobachtete er, dass immer weniger ehrenamtliche Helfer die hochwertigen Wettbewerbe der TSG GutsMuths auf der schmucken Anlage am Moorberg absicherten - also musste gehandelt werden.

Da Fricke selbst als Ausbilder agieren darf, unterrichtete er im Juni insgesamt neun Kandidaten, unter ihnen auch viele aktive Athleten, zehn Stunden lang zum Regelwerk der leichtathletischen Disziplinen. "Selbst die Rolle des Windes bei einem Weltrekord haben wir besprochen", erinnerte sich Dustin Krause, ohne allerdings noch genau zu wissen, wie es sich damit bei einem Mehrkampf verhält. Doch genau das und vieles mehr wurde beim offenen Mehrkampf kürzlich zum praktischen Teil der Ausbildung verlangt. Zwar gestaltete sich die Praxis bei nur 18 Startern als leichtes Arbeiten, bot zugleich aber die Chance, eben auch in Disziplinen aktiv zu werden, die nicht immer auf dem Programm stehen - wie Stabhochsprung, Diskuswerfen oder Hürdenlauf.

Vor der ersten Bewährungsprobe für die Kampfrichter-Neulinge Dustin Krause und Silvana Brink erläuterte Jens-Uwe Schoof an der Hochsprunganlage das Einmessen der Höhe sowie den Ablauf des Wettbewerbs. "Ausgerechnet Hochsprung", mag der 13-jährige Dustin gedacht haben, "da hatte ich doch beim schriftlichen Test so meine Probleme." Besonders das Ausfüllen des Wettkampfprotokolls bereitete ihm große Sorgen, ausgerechnet als Landesmeister im Stabhochsprung seiner Altersklasse.

Zum Glück für ihn übernahm aber die in der Leichtathletik erfahrenere Silvana die Schreibarbeit. Sie war früher vor allem als Mittelstrecklerin aktiv und hat bereits ihre eigene sportliche Laufbahn beendet. Den Sport in die Wiege legte ihr einst Großvater Egon Brink, den viele Quedlinburger noch als ihren Sportlehrer an der Maxim-Gorki-Oberschule in Erinnerung haben dürften. Die junge Mutter bestand am Wochenende ihre praktische Prüfung und machte sich damit ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk für den Ehrentag am Freitag. Doch das ist nicht ihr einziges Engagement im Verein: Als Übungsleiterin trainiert sie auch den jüngsten Nachwuchs, darunter ihre achtjährige Tochter Carolin.

Während Silvana die älteste unter den neuen Helfern ist, gehört der Gernröder Sören Cleve zu den Jüngsten. Seine Einweisung am Windmesser der Weitsprunggrube bekam er von Holger Pieper aus Celle, einem treuen Partner der Leichtathleten aus der Blumenstadt. "Wie ist zu entscheiden, wenn beim Stabhochsprung der Stab bricht?", war sein Knackpunkt in der Theorie. Jetzt weiß er, dass es einen Ersatzversuch gibt. "Gut, dass die Wettkämpfer auch mal etwas von den Regeln lernen, dann gibt es weniger Streit bei den Wettbewerben", sieht Holger Pieper einen zusätzlichen Vorteil der Ausbildung.

Die Aufregung allerdings war den Eleven anzumerken, kleine Tücken inklusive: Nur Außenstehenden fiel auf, dass beim Weitsprung die Winkfähnchen fehlten. Die anderen erfolgreichen Theorieabsolventen Caroline Schröter, Susanne Hoppe, Max Reis, Uwe Mente, Albert Riemann und Max Weitowitz, welche wegen der Ferien am Wochenende fehlten, werden ihre Bewährungsprobe in der Praxis im September zum traditionellen GutsMuths-Sportfest bekommen. "Wenn sie erfolgreich sein sollten, dürfen sie in ganz Deutschland als Kampfrichter agieren", erklärte Lothar Fricke, der selbst schon bei Europameisterschaften im Einsatz war, die möglichen Folgen der Ausbildung. Doch obwohl ihnen die neue Aufgabe riesigen Spaß gemacht habe, wie Sören und Dustin betonten, wollten sich beide noch nicht entscheiden, wo ihre Zukunft liegt - ob als Aktiver oder Kampfrichter. Dafür sind sie wohl auch noch etwas zu jung.


    
    
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