Extremismus
Polizei löst rechte Sonnenwendfeiern auf
Zum größten Treffen mit 85 Menschen war es im Landkreis Stendal gekommen
erstellt 22.06.08, 16:47h
Magdeburg/dpa. In Sachsen-Anhalt hat die Polizei am
Wochenende bei zahlreichen Einsätzen Treffen der rechten Szene
beendet. Mehrere sogenannte Sonnenwendfeiern der rechten Szene löste
sie im Norden des Landes in der Nacht zum Sonntag auf. In der Nacht
zuvor hatten Beamte im Halberstadt einem Treffen von rund 30 Rechten
ein Ende gesetzt, weil Randale befürchtet worden war. In Stendal gab
es am Freitagabend und in der Nacht zum Samstag Auseinandersetzungen
zwischen der rechten und linken Szene.
Zum größten Treffen mit 85 Menschen sei es im Landkreis Stendal
gekommen, teilte die Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord in
Magdeburg am Sonntag mit. Auf den Tangerwiesen bei Köckte beendeten
Beamte die Feier unter schwierigen Bedingungen: Die Feiernden hatten
den Zufahrtsweg mit Baumstämmen verbarrikadiert und mit Heu getarnte
Nagelbretter ausgelegt. Die Identität zahlreicher Teilnehmer wurde
festgestellt, allen wurden Platzverweise erteilt. Zudem wurden 19
Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen Verstößen gegen das Feld- und
Forstordnungsgesetz eingeleitet. Verletzte gab es nicht.
Außerdem wurden Veranstaltungen bei Blankenburg (Harzkreis), in
Burgstall (Bördekreis) und in Möckern (Jerichower Land) beendet oder
eingeschränkt. In allen Fällen hatten sich ausnahmslos Anhänger der
rechten Szene zu Sonnenwendfeiern getroffen. In den Bereichen der
beiden anderen Polizeidirektionen Süd mit Sitz in Halle und Ost mit
Sitz in Dessau-Roßlau wurden keine derartigen Aktionen bekannt.
Weil in den vergangenen Jahren der Zeitraum der Sommersonnenwende
immer wieder zur Verbreitung rechtsextremen Gedankengutes missbraucht
worden sei, habe die Polizei ein groß angelegtes Einsatzkonzept
vorbereitet, teilte die Polizei in Magdeburg weiter mit. Massive
Polizeipräsenz und auch der Einsatz eines Polizeihubschraubers hätten
geholfen, gezielt vorzugehen. Das Innenministerium hatte schon in den
vergangenen Tagen ein energisches Vorgehen der Behörden angekündigt.
Bereits am Freitagabend hatte die Polizei in Halberstadt ein
Treffen der rechten Szene aufgelöst. Etwa 30 Personen hatten sich auf
einem Parkplatz im Stadtzentrum versammelt, um nach eigenen Angaben
Geburtstag zu feiern. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte seien sie
stark alkoholisiert gewesen und verhielten sich aggressiv. Von 20
Personen wurden die Personalien aufgenommen, zudem wurden
Platzverweise ausgesprochen.
In Stendal war es in der Nacht zum Samstag zu Auseinandersetzungen
zwischen der rechten und linken Szene gekommen. Zunächst waren etwa
20 schwarz gekleidete und vermummte Menschen, vermutlich aus der
linken Szene, mit Holzlatten, Totschlägern und mindestens einem
Messer auf etwa neun Rechte andere losgestürmt, wie die Polizei in
Stendal mitteilte. Sie verletzten eine Person und beschädigten ein
Auto. Alle anderen konnten flüchten. Gut zwei Stunden später seien
einem Zeugen zufolge 20 Menschen aus der rechten Szene mit
Baseballschlägern und Holzlatten auf eine Gruppe Linker losgegangen.
Dabei seien drei Menschen verletzt worden. Die Polizei ermittelte
fünf Tatverdächtige aus dem rechten Spektrum.













































