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Extremismus

Polizei löst rechte Sonnenwendfeiern auf

Zum größten Treffen mit 85 Menschen war es im Landkreis Stendal gekommen

erstellt 22.06.08, 16:47h
Lichtshow in Goseck
Lichtshow in Goseck (MZ-Foto: Andreas Stedtler)
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Magdeburg/dpa. In Sachsen-Anhalt hat die Polizei am Wochenende bei zahlreichen Einsätzen Treffen der rechten Szene beendet. Mehrere sogenannte Sonnenwendfeiern der rechten Szene löste sie im Norden des Landes in der Nacht zum Sonntag auf. In der Nacht zuvor hatten Beamte im Halberstadt einem Treffen von rund 30 Rechten ein Ende gesetzt, weil Randale befürchtet worden war. In Stendal gab es am Freitagabend und in der Nacht zum Samstag Auseinandersetzungen zwischen der rechten und linken Szene.

Zum größten Treffen mit 85 Menschen sei es im Landkreis Stendal gekommen, teilte die Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord in Magdeburg am Sonntag mit. Auf den Tangerwiesen bei Köckte beendeten Beamte die Feier unter schwierigen Bedingungen: Die Feiernden hatten den Zufahrtsweg mit Baumstämmen verbarrikadiert und mit Heu getarnte Nagelbretter ausgelegt. Die Identität zahlreicher Teilnehmer wurde festgestellt, allen wurden Platzverweise erteilt. Zudem wurden 19 Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen Verstößen gegen das Feld- und Forstordnungsgesetz eingeleitet. Verletzte gab es nicht.

Außerdem wurden Veranstaltungen bei Blankenburg (Harzkreis), in Burgstall (Bördekreis) und in Möckern (Jerichower Land) beendet oder eingeschränkt. In allen Fällen hatten sich ausnahmslos Anhänger der rechten Szene zu Sonnenwendfeiern getroffen. In den Bereichen der beiden anderen Polizeidirektionen Süd mit Sitz in Halle und Ost mit Sitz in Dessau-Roßlau wurden keine derartigen Aktionen bekannt.

Weil in den vergangenen Jahren der Zeitraum der Sommersonnenwende immer wieder zur Verbreitung rechtsextremen Gedankengutes missbraucht worden sei, habe die Polizei ein groß angelegtes Einsatzkonzept vorbereitet, teilte die Polizei in Magdeburg weiter mit. Massive Polizeipräsenz und auch der Einsatz eines Polizeihubschraubers hätten geholfen, gezielt vorzugehen. Das Innenministerium hatte schon in den vergangenen Tagen ein energisches Vorgehen der Behörden angekündigt.

Bereits am Freitagabend hatte die Polizei in Halberstadt ein Treffen der rechten Szene aufgelöst. Etwa 30 Personen hatten sich auf einem Parkplatz im Stadtzentrum versammelt, um nach eigenen Angaben Geburtstag zu feiern. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte seien sie stark alkoholisiert gewesen und verhielten sich aggressiv. Von 20 Personen wurden die Personalien aufgenommen, zudem wurden Platzverweise ausgesprochen.

In Stendal war es in der Nacht zum Samstag zu Auseinandersetzungen zwischen der rechten und linken Szene gekommen. Zunächst waren etwa 20 schwarz gekleidete und vermummte Menschen, vermutlich aus der linken Szene, mit Holzlatten, Totschlägern und mindestens einem Messer auf etwa neun Rechte andere losgestürmt, wie die Polizei in Stendal mitteilte. Sie verletzten eine Person und beschädigten ein Auto. Alle anderen konnten flüchten. Gut zwei Stunden später seien einem Zeugen zufolge 20 Menschen aus der rechten Szene mit Baseballschlägern und Holzlatten auf eine Gruppe Linker losgegangen. Dabei seien drei Menschen verletzt worden. Die Polizei ermittelte fünf Tatverdächtige aus dem rechten Spektrum.


    
    
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