Aschersleben
Rechte stören Gysis Rede bei der Demo
199. Montagsdemo auf dem Holzmarkt - Polizei greift ein und spricht Platzverweise aus
VON Angelika Adam, 10.06.08, 18:52h, aktualisiert 10.06.08, 21:31h

Störende rechte Jugendliche werden von der Polizei aus der Kundgebung auf dem Holzmarkt gedrängt und mit Platzverweisen belegt. (Foto: MZ)
Aschersleben/MZ. Mit lautstarken Zwischenrufen haben am Montagabend rechte Jugendliche die Ansprache von Gregor Gysi, Fraktionschef der Linken im Bundestag, auf dem Holzmarkt in Aschersleben gestört. Gysi war Gast der 199. Demonstration der Interessengemeinschaft "Contra Sozialabbau". Die elf Polizeibeamten, die zum Schutz der Veranstaltung im Einsatz waren, griffen ein. Sie holten mehrere störende, laut schreiende Jugendliche aus dem Kreis der fast 1 000 Demonstrationsteilnehmer und fingen auch den Jugendlichen ab, der sich bereits bis an den Rand der Bühne vorgekämpft hatte. Bei der Feststellung der Personalien bestätigte sich der Verdacht der Polizei, dass die Jugendlichen "rechten, polizeibekannten Gruppen" zuzuordnen sind. Auch der Bundesvorsitzende der Jungen Nationalen, Michael Schäfer, war laut Polizei Gast der Demo.
Den von der Polizei ausgesprochenen Platzverweisen kamen die rechten Jugendlichen nur sehr zögerlich nach. Danach gab es keine weiteren Störungen mehr und Gregor Gysi konnte seine Ansprache zu Ende führen. Unter dem Beifall der Anwesenden forderte er mehr soziale Gerechtigkeit in Deutschland und die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohnes von 8,44 Euro. "Wer den ganzen Tag arbeitet, muss auch davon leben können", sagte er. Ein besonderes Lob zollte er den Organisatoren der Montagsdemo, die seit 199 Wochen Montag für Montag auf den Holzmarkt kommen und gegen Hartz IV demonstrieren. Die Linke "ist nicht nur gegen die Hartz-Regelsätze, sondern vor allem gegen die Demütigung, die damit verbunden ist", stellte er klar.
Wenn in Aschersleben die 200. Montagsdemonstration beginnt, gebe es in Berlin eine Anhörung zur Anhebung der Regelsätze. Verbände, Vereine und soziale Bewegungen würden am Brandenburger Tor eine Kundgebung planen, informierte Gysis Fraktionskollegin Elke Reinke die Demonstrationsteilnehmer. Sie erinnerte daran, dass die Interessengemeinschaft "Contra Sozialabbau" in den vergangenen 199 Wochen schon einige spektakuläre Aktionen auf die Beine gestellt hatte. So wurden der "Sozialstaat zu Grabe getragen", bei der Arge Fenster geputzt sowie vor der Agentur für Arbeit und der Arge ein Zeltlager aufgeschlagen.




















