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Lodersleben

Motivsuche nach Anschlag auf polnische Erntehelfer geht weiter

Einige der verhafteten Jugendlichen räumen Tat ein - Gründe sind bisher ungewiss

erstellt 28.04.08, 13:55h, aktualisiert 28.04.08, 20:23h
Brandspuren in Lodersleben
Brandspuren am Gebäude der Agrargenossenschaft Querfurt/Betriebsteil Lodersleben, auf das ein Brandanschlag mit vermutlich ausländerfeindlichem Hintergrund verübt wurde. (Foto: dpa)
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Lodersleben/Halle/MZ. Nach dem Brandanschlag auf eine Unterkunft polnischer Erntehelfer in Lodersleben bei Querfurt suchen die Ermittler weiter nach dem Motiv. Ein Teil der vier verhafteten Jugendlichen habe die Tat eingeräumt, sich zum Warum aber bislang nicht geäußert, sagte der Sprecher der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Süd, Siegfried Koch, am Montag in Halle. Geplant seien weitere Befragungen. Die zwei 17- und zwei 20-Jährigen sitzen in Untersuchungshaft, gegen sie wird wegen versuchten Mordes ermittelt. Sie sollen in der Nacht zum Samstag einen Molotowcocktail in das Gebäude geworfen haben. Die Ermittler gehen von einem fremdenfeindlichen Anschlag aus.

Unterdessen arbeiten die sechs Polen, die bei dem Angriff unverletzt geblieben waren, wieder auf einem Hopfenfeld. Sie seien geschockt, wollten ihre Arbeit aber zu Ende bringen, hieß es aus der Agrargenossenschaft Querfurt. Ob sie danach jedoch noch einmal nach Deutschland kommen wollten, sei ungewiss. Die Männer zwischen Mitte 20 und Mitte 40 stammen aus Südostpolen und sind seit Jahren regelmäßig für die Agrargenossenschaft tätig. Derzeit sind sie damit beschäftigt, die Triebe von Hopfenpflanzen mit Drähten zu verbinden, damit die Pflanzen dann an Gestellen weiter wachsen können.

Die Linke-Fraktion im Landtag Sachsen-Anhalt erklärte in einer Mitteilung, der Mordanschlag sei ein weiterer Tiefpunkt für diejenigen, die für ein humanistisches, demokratisches und weltoffenes Sachsen-Anhalt streiten. Er reihe sich ein in eine Vielzahl von ausländerfeindlich und rassistisch motivierten Gewalttaten, die wiederum nur die Spitze des Eisberges von Alltagsrassismus in Sachsen-Anhalt seien.

Laut Polizei warfen die Jugendlichen, die bisher nicht als rechtsgerichtet bekannt waren, den Molotowcocktail in das Erdgeschoss des Gebäudes. Als dieser nicht zündete, kletterte einer der Täter in die unbewohnte Erdgeschosswohnung und entflammte den Brandsatz. Dabei fingen das Mobiliar sowie andere Gegenstände Feuer, die Flammen breiteten sich im Haus aber nicht weiter aus. Die Polen schliefen im Geschoss darüber, wurden durch den Lärm wach und konnten sich in Sicherheit bringen.


    
    
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