Lodersleben
Mit Molotowcocktails gegen polnische Erntehelfer
Jugendliche verüben Brandanschlag auf Unterkunft - Täter im Partykeller gefasst
VON Katrin Löwe, 27.04.08, 15:20h, aktualisiert 27.04.08, 21:01h
Lodersleben/MZ. Nach einem Brandanschlag
auf eine Unterkunft polnischer Erntehelfer
in Lodersleben bei Querfurt hat das Amtsgericht
Merseburg am Sonntagnachmittag Haftbefehl gegen
vier Jugendliche im Alter von 17 und 20 Jahren
erlassen. Ihnen wird versuchter Mord vorgeworfen.
Ein 17-jähriges Mädchen kam gestern wieder
auf freien Fuß.
Wie die Polizei berichtete, soll die Gruppe
in der Nacht zum Samstag um 1.50 Uhr zunächst
eine leere Flasche und dann einen Molotow-Cocktail
in das Erdgeschoss-Fenster des Gebäudes geworfen haben. "Als
der nicht zündete, stieg einer von den Verdächtigen
in die Wohnung ein und entzündete den Brandbeschleuniger",
so Polizeisprecher Siegfried Koch. Sechs polnische
Arbeiter, die im Obergeschoss schliefen und
durch den Lärm geweckt wurden, konnten das
Haus unverletzt verlassen. Mit Hilfe eines
Fährtenhundes wurden die Verdächtigen wenig
später in einem Partykeller nur unweit der
Unterkunft gestellt. Sichergestellte Spuren
belasten sie. "Die Verdächtigen haben Teilgeständnisse
abgelegt, sagen aber nichts zum Motiv", so
Koch. Keiner sei bislang mit rechten Straftaten
aufgefallen. Dennoch gehe man von einem fremdenfeindlichen
Hintergrund aus, so Staatsanwalt Klaus Wiechmann.
"Es war kein Zufall, dass sich der Anschlag
gegen polnische Erntehelfer richtete."
Horst Fabich (FDP), Bürgermeister des 970-Einwohner-Ortsteils
von Querfurt (Saalekreis), war am Sonntag betroffen
und ratlos. Rechtsextreme Umtriebe in seiner
Gemeinde seien ihm nicht bekannt. "Bisher
gab es noch nie Probleme im Zusammenhang mit
den Erntearbeitern", sagte er.













































