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Jalloh-Prozess

Und wieder brennt es in der Polizeizelle

Feuertod von Dessau wird zum wiederholten Mal nachgestellt

erstellt 25.04.08, 08:35h, aktualisiert 25.04.08, 19:08h
Nachbau einer Gewahrsamszelle
Nachbau einer Gewahrsamszelle des Polizeireviers Dessau (Foto: dpa)
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Heyrothsberge/dpa. Mehr als drei Jahre nach dem Feuertod des Asylbewerbers Oury Jalloh in einer Dessauer Polizeizelle ist der Brand zum wiederholten Mal nachgestellt worden. Fachleute setzten am Freitag am Institut der Feuerwehr in Heyrothsberge bei Magdeburg eine originalgetreu nachgebaute Gewahrsamszelle in Flammen und dokumentierten den Brandverlauf und seine Auswirkungen mit Hilfe verschiedenster Gerätschaften. Auf Basis der Messungen soll bis Ende Mai im Auftrag des Landgerichts Dessau-Roßlau ein neues Gutachten über das damalige Geschehen erstellt werden, wie Brandgutachter Klaus Steinbach sagte. Er hatte das Feuer bereits 2006 nachgestellt.

Der 23-jährige Afrikaner war im Januar 2005 bei dem Feuer in der Zelle gestorben, das er trotz Fesselung selbst entfacht haben soll. Seit einem Jahr stehen deshalb in Dessau-Roßlau zwei Polizisten vor Gericht: Einem Ex-Dienstgruppenleiter wird Körperverletzung mit Todesfolge, einem zweiten Polizisten fahrlässige Tötung vorgeworfen, jeweils durch Unterlassen. Sie sollen dem Opfer nicht rechtzeitig geholfen haben. Am 15. April war der Prozess für unbestimmte Zeit unterbrochen worden, weil ein Angeklagter einen Schlaganfall erlitten hatte.

Am Freitag wurde bekannt, dass wenige Tage später auch einer der Schöffen einen Schlaganfall erlitt. Gerichtssprecher Frank Straube sagte dem MDR-Fernsehmagazin «Sachsen-Anhalt heute», der Mann werde noch im Krankenhaus behandelt. Falls beide Erkrankte nicht innerhalb von etwa neun Wochen wieder verhandlungsfähig seien, müsse die Hauptverhandlung neu eröffnet werden.


    
    
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