Rechtsextremismus in Sachsen-Anhalt
Landesregierung verbietet Treffen zu Hitlers Geburtstag
Versammlungsverbot für Veranstaltungen unter freiem Himmel gilt bis Montagmorgen
erstellt 19.04.08, 18:30h, aktualisiert 16.06.08, 10:23h

Helge Schneider spielt im Film «Mein Führer» Adolf Hitler. Der jüdische Regisseur Dani Levy überschritt in seiner Satire alle bisher gewagten Grenzen. (Foto: X-Verleih)
Magdeburg/Halle/dpa. Sachsen-Anhalt hat für das Wochenende alle Versammlungen verboten, die im Zusammenhang mit dem Geburtstag von Nazi-Diktator Adolf Hitler (20. April) stehen. Auf Betreiben des
Innenministeriums habe das Landesverwaltungsamt ein entsprechendes Versammlungsverbot verfügt, sagte Innenstaatssekretär Rüdiger Erben in Magdeburg. Von Samstag- bis Montagmorgen gelte ein allgemeines Versammlungsverbot für alle Veranstaltungen unter freiem Himmel, die im Zusammenhang mit dem Hitler-Geburtstag stehen und die
nationalsozialistische Gewalt- und Willkürherrschaft billigen,
verherrlichen oder rechtfertigen.
Die örtliche Polizei sei auf dieser Grundlage befugt, alle
Versammlungen aufzulösen. «Wir befürchten, dass Adolf Hitler
verherrlicht wird», sagte Erben. In den vergangenen Jahren habe es
solche Fälle gegeben. Dem von der rechtsextremen NPD ausgerufenen
«Kampf um die Straßen» setze Sachsen-Anhalt alle Möglichkeiten des
Versammlungsrechts entgegen.
Innenminister Holger Hövelmann (SPD) hatte erst am Dienstag
angekündigt, die Landesregierung wolle rechtsextreme Demonstrationen
an besonders geschichtsträchtigen Tagen und Orten generell verbieten.
Das Kabinett brachte dazu einen Gesetzentwurf zur Änderung des
Versammlungsrechts auf den Weg. Danach sollen politische Aktionen,
die die Würde der Opfer verletzen könnten, an Erinnerungsstätten für
Nazi- und Kriegsopfer in Zukunft untersagt werden. Außerdem sollen
rechte Demonstrationen an Tagen wie dem Hitler-Geburtstag oder
Gedenktagen für Nazi-Opfer tabu sein.



































