Ein HipHop-Song gegen Nazis
Neuntklässler der Dürer-Sekundarschule recherchieren zum Thema Rechtsextremismus
VON Undine Freyberg, 22.04.08, 18:38h, aktualisiert 22.04.08, 20:56h

In dieser Workshop-Gruppe wurde trainiert, wie man sich bei Angriffen verteidigt - zum Beispiel wenn jemand versucht, einem anderen das Handy abzunehmen. (MZ-Foto: Peter Wölk)
Merseburg/MZ. Tagelang haben sie geackert und das Ergebnis kann sich nicht nur sehen, sondern auch hören lassen. Bei ihren Workshops zum Thema "Sehen, erkennen, handeln - wir tun was gegen Rechts" haben die Neuntklässler der Albrecht-Dürer-Sekundarschule nicht nur zum Thema Rechtsextremismus recherchiert, Leute auf der Straße befragt und eine Zeitung gestaltet, sie haben außerdem auch eine HipHop-Song gegen Rechts gemacht.
"Hört hin, schaut her, Ohren spitzen, Augen auf! Wer so denkt, hebt die Faust und sagt: Nazis raus!", heißt es im Refrain des Songs den die Schüler mit Unterstützung von Stefan Trummer von MRKastle getextet und komponiert haben. "Wir haben den Song auf Minidisc aufgenommen. Das hat jetzt keine Studioqualität, sondern ist eben live", meinte Stefan. Der Song wird zusammen mit einigen anderen Workshop-Ergebnissen in einem Video präsentiert, dass demnächst vermutlich im Offenen Kanal gezeigt werden soll.
Darin werden auch einige Umfragen auf der Straße zu sehen sein, bei denen Leute, die in Merseburg leben oder hier studieren, gefragt wurden, ob sie schon mal Kontakt mit Rechtsextremisten hatten und was sie tun würden, wenn ein Rechter vor ihren Augen einen Ausländer zusammenschlagen würde. "Manche sagten, sie würden die Polizei anrufen, einer sagte aber auch, er würde vorbeigehen, wenn es zu viele Rechte wären", erzählte ein Mädchen. Roman Zimmermann vom Verein Najuku, der diesen Workshop geleitet hat, wies die Neuntklässler darauf hin, dass es im Fall von Gewalt auf der Straße auch wichtig sei, später als Zeuge zur Verfügung zu stehen.
Die Jugendlichen sprachen während ihrer Recherchen auch mit einem Pfarrer aus Merseburg, der den Jugendlichen viel über rechte Gruppen in Merseburg und Initiativen dagegen erzählte. "Dabei hab' ich zum Beispiel erfahren, dass sich an der Bushaltestelle bei uns in West immer die Rechten treffen. Das wusste ich zum Beispiel gar nicht", erzählte eine 15-Jährige.













































