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Ausreise der Familie Nguyen soll legale Einreise folgen

Termin steht noch nicht fest - Mahnwache gehen weiter - Geldsammlung

VON Uljana Wuttig-Vogler, 15.04.08, 19:06h, aktualisiert 15.04.08, 20:51h
Bitterfeld/MZ. Die Vorbereitungen für die Ausreise der vietnamesischen Familie Nguyen mit späterer legaler Wiedereinreise laufen auf Hochtouren. Das erfuhr die MZ von Werner Rauball, Bürgermeister der Stadt Bitterfeld-Wolfen. Der Termin dafür steht aber noch nicht fest, weil es noch eine Reihe von Fragen zu klären gibt.

Geplant ist, so erläutert Rauball, dass die Eltern sowie die drei Kinder zusammen nach Amsterdam ausreisen. Ein Drei-Tage-Visum wird die holländische Botschaft in Berlin ausstellen. In Holland dann werden mindestens zwei Abgeordnete die Familie erwarten und sie zur deutschen Botschaft begleiten. Mit den entsprechenden Einreisepapieren ausgerüstet, soll es dann zurück nach Bitterfeld gehen.

"Die Familie wird sich dann zum ersten Mal legal in Deutschland aufhalten." Bislang gelten sie als Asylbewerber und seien deshalb nur geduldet. Da die Nguyens mit dem neuen "Status" Anrecht auf Sozialhilfeleistungen hätten - die sie aufgrund ihres geringen Verdienstes hätten -, die der Kreis nicht zahlen möchte, verlangt er die Hinterlegung einer so genannten Sicherheitsleistung. Die Familie hat versichert, auch weiter arbeiten zu wollen.

Zunächst sollte sich die Leistung auf 10 000 Euro für drei Jahre belaufen. Diese Summe wurde dann auf rund 20 000 Euro für den gleichen Zeitraum erhöht. Dafür wird jetzt Geld gesammelt, ein entsprechendes Spendenkonto eingerichtet. Bislang sind 5 500 Euro pro Jahr zusammengekommen. Neben der Sicherheitshinterlegung geht es auch noch um die finanzielle Unterstützung für die Aus- und Einreise der Familie. Die kostenlose zweitägige Übernachtung in Amsterdam hat der Bundestagsabgeordnete Jan Korte (Die Linke) organisiert.

Rauball hofft nun auf einen schnellen Abschluss der Hilfsaktion, die von vielen Seiten unterstützt wird: unter anderem vom Landratsamt, vom Innenministerium, vom Bundeskanzleramt, TSV Einheit Bitterfeld 05, die Erstunterzeichner. Dank geht auch an die überparteiliche Initiative, die sich seit mehr als vier Monaten für das Bleiberecht der Familie engagiert und mehr als 4 500 Unterschriften sammelte.


    
    
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