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Prozess in Dessau-Roßlau

Brand in Oury Jallohs Zelle soll nachgestellt werden

Rekonstruktion der Geschehnisse in nachgebautem Raum - Öffentliche Verhandlung

erstellt 08.04.08, 16:35h, aktualisiert 08.04.08, 16:36h
Oury Jalloh
Oury Jalloh starb am 7. Januar 2005 in einer Dessauer Polizeizelle. (Foto: Archiv)
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Dessau-Roßlau/dpa. Der für den Asylbewerber Oury Jalloh tödliche Brand in einer Dessauer Polizeizelle soll im Institut der Feuerwehr Sachsen-Anhalt öffentlich nachgestellt werden. Die Kammer des Landgerichts Dessau-Roßlau erwäge, den Prozess gegen zwei Polizisten einen Tag lang in das Institut in Heyrothsberge bei Magdeburg zu verlegen, sagte ein Gerichtssprecher am Dienstag. In einer nachgebauten Gewahrsamszelle werde dann in öffentlicher Verhandlung der Brand rekonstruiert. Zwei Polizisten sollen Jalloh bei dem Feuer am 7. Januar 2005 nicht rechtzeitig geholfen haben. Sie müssen sich seit März 2007 wegen Körperverletzung mit Todesfolge beziehungsweise fahrlässiger Tötung verantworten.

Polizeizelle in Dessau
Der aus Sierra Leone stammende Asylbewerber Oury Jalloh starb am 7. Januar 2005 in dieser Zelle. (MZ-Foto: Archiv)
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In einem im Juli 2006 vorgestellten Gutachten waren Experten des Feuerwehrinstituts zu dem Schluss gekommen, dass der angeklagte Dienstgruppenleiter an dem Tag falsch reagiert hat. Demzufolge wäre der Afrikaner «bei rechtzeitigem und sachgerechtem Handeln» des Polizisten zu retten gewesen. Der zweite Polizist soll bei der Durchsuchung des Afrikaners ein Feuerzeug übersehen haben. Die beiden Beamten haben die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft bisher im Wesentlichen bestritten.

Im Januar hatte die Kammer ein zweites Brandgutachten angeordnet. Die Experten sollen nochmals und noch genauer die zeitlichen Abläufe bei der Entwicklung des Brandes beleuchten. Damit soll geklärt werden, ob zwischen dem Ausbruch des Feuers und dem Tod des 23-Jährigen mehr Zeit verging als im bisher angenommen.


    
    
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