Magdeburg
Streit um «Narvik» geht in die nächste Runde
Inhaber des Geschäfts im Hundertwasserhaus legt Berufung gegen Räumung ein
erstellt 19.03.08, 17:38h

In der Magdeburger Innenstadt hängt vor dem Hundertwasserhaus das Logo des Bekleidungsladens Narvik. (Foto: ddp)
Magdeburg/Naumburg/dpa. Der Inhaber des Magdeburger
Geschäfts «Narvik», in dem Bekleidung der bei Rechtsextremen
beliebten Marke «Thor Steinar» verkauft wird, hat gegen die vor fünf
Wochen angeordnete Räumung Berufung eingelegt. Das Schriftstück sei
fristgemäß ohne jegliche Begründung eingegangen, teilte das
Oberlandesgericht Naumburg am Mittwoch mit. Innerhalb von einem Monat
müsse der Unternehmer seine Entscheidung nun begründen. Das
Landgericht Magdeburg hatte am 13. Februar die Räumung des Ladens im Hundertwasserhaus angeordnet und damit einer Klage des Vermieters
stattgegeben. Er hatte sich über das Sortiment getäuscht gefühlt.
Das Geschäft wurde im Juli 2007 eröffnet. Politiker, Vereine und
Bürger protestierten vor dem Laden und forderten dessen Schließung.
Die vermietende Gero AG kündigte daraufhin noch am Eröffnungstag den
für drei Jahre geschlossenen Mietvertrag. Der Inhaber bestand jedoch
auf Einhaltung des Vertrages. Später reichte die zum Bistum Magdeburg
gehörende Gero AG Räumungsklage ein.
Das Magdeburger Landgericht sah es nach mehrtägiger Verhandlung
als erwiesen an, dass die vermietenden Gero AG nicht über den
geplanten Verkauf der Marke «Thor Steinar» informiert war. Sie habe
lediglich von «Outdoor-Bekleidung» gewusst. Um einen weiteren
Imageschaden vom Hundertwasserhaus abzuwenden, müsse der Verkauf der
«Thor Steinar»-Bekleidung beendet werden, urteilte das Gericht. Das
Magdeburger Hundertwasserhaus gilt als Touristenmagnet.












































