Drogen, Nazis und ihre Kleidung
Gymnasium-Veranstaltung zu rechter Gewalt
erstellt 19.03.08, 17:56h, aktualisiert 19.03.08, 20:48h
Jessen/MZ/st. "Sie haben die Vision von einem besseren Deutschland. Sie wollen eine bessere Welt schaffen. Zur Erhaltung der weißen arischen Rasse und Bewahrung der deutschen Identität sehen sie sich als die wahren edlen Menschen." Doch was war damals, was ist geblieben, wie groß ist die rechtsorientierte Gewalt, und vor allem, was steckt dahinter? Darüber sprach Dietmar Sette mit Jessener Gymnasiasten der 10. Klasse. Das Mitglied im "Landesnetzwerk für Demokratie und Toleranz in Sachsen-Anhalt", im "Weißen Ring e.V." und anderen Vereinen hatte zahlreiche Beispiele parat.
Mit allen technisch verfügbaren Mitteln stellte Sette das internationale Problem der rechten Gewalt dar. So erklärte er die Unterschiede zwischen Neonazis, Skinheads, Rechtsradikalen und -extremisten sowie ähnlichen Begriffen, die in ihrer Bedeutung weit auseinander gehen. "Nicht an den Klamotten erkennt man die Gesinnung, sondern am gesprochenen Wort." Ein zutreffendes Zitat, welches mit anderen an die Tafel gebracht wurde und zugleich Auskunft über die Situation gab. Denn auch autonome Nationalisten tragen schwarz. Somit äußerlich für viele Menschen unerkannte Anhänger, die man trotz dessen erkennen sollte.
Es folgte ein Vortrag über die geschichtlichen Hintergründe in Deutschland von 1933 bis 1945. Insbesondere wurden Verbote, aber auch der Gebrauch von Drogen beleuchtet. Zwar galten Konsumenten im Dritten Reich als asozial, aber das traf nicht zu auf Joseph Goebbels, Dr. Morell (Hitlers morphiumsüchtiger Leibarzt) sowie Hitler selbst (Kettenraucher, Tablettensucht). Sette sprach über Symbole, die heute als "rechts" gelten, damals jedoch bestraft wurden. Wie viele so genannte Kameraden tragen gegenwärtig eine Glatze, die ein Zeichen des Verbrechens bei Angehörigen der SA und SS war? Oder Bomberjacken, die die gegnerischen Flieger trugen?
Die Biografie Hitlers, aus der man allerhand Informatives erfuhr, regte Einige erneut zum Nachdenken an. Ebenso die Videos und Berichte zu Übergriffen überwiegend jugendlicher Fanatiker. "Das war wirklich extrem. Ich hab Gänsehaut bekommen. Man kann sich das einfach nicht vorstellen.!", meinte eine Gymnasiastin anschließend. Es gab Informationen, die man nicht vergessen sollte. Denn zunehmende rechte Tendenzen sind nicht zu unterschätzen.





































