Extremismus
Razzia bei den «Jungen Nationaldemokraten»
Polizei durchsucht Bundesgeschäftsstelle von NPD-Jugendorganisation
erstellt 10.03.08, 10:59h, aktualisiert 10.03.08, 13:58h

Armeestiefel mit weißen Schnürbändern sind ein Symbol der Rechtsextremen. (Foto: dpa)
Bernburg/Magdeburg/dpa. In Bernburg (Salzlandkreis) haben
Polizisten am Montagmorgen die Bundes- und Landesgeschäftsstelle der
Nachwuchsorganisation der rechtsextremen NPD durchsucht. Hintergrund
waren zwei Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Verwendens
von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, die sich nach
Angaben der Polizei in Magdeburg gegen drei Mitglieder der Jungen
Nationaldemokraten (JN) richten. Zeitgleich zu der Aktion in
Bernburg gab es Razzien in Wohnungen der Beschuldigten in Schwerin
und in Kasel bei Trier (Rheinland-Pfalz). Auch in Bernburg wurde eine
Wohnung durchsucht. Die insgesamt rund 50 Beamten stellten nach
Polizeiangaben Tonträger und Vertriebsunterlagen sicher.
Bei den Beschuldigten handelt es sich um einen 26- und einen 31-Jährigen, die auf den Internetseiten der JN-Gruppen Staßfurt und
Schönebeck den Text eines verbotenen Liedes veröffentlicht haben
sollen. Dieses Verfahren war Grund für die Durchsuchungen in den
anderen beiden Bundesländern, in denen die Männer laut Polizei
Wohnungen angemietet haben.
Ermittelt wird darüber hinaus gegen einen 29-Jährigen, weil er
über einen Versandhandel Gegenstände mit verbotenen Kennzeichen und
strafrechtlich relevante CDs verkauft haben soll. Diese Geschäfte
seien unter anderem in der JN-Geschäftsstelle in Bernburg
abgewickelt worden. Bei den rund zweistündigen Durchsuchungen in
Bernburg waren Beamte der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord und
des Landeskriminalamtes im Einsatz.
Die NPD-Jugendorganisation hatte im Oktober 2007 beschlossen,
ihren Schwerpunkt aus Sachsen nach Sachsen-Anhalt zu verlagern. Die
Bundesgeschäftsstelle hatte ihren Sitz zuvor in Dresden und
zeitweise auch in Görlitz. An diesem Dienstag will das «Bernburger
Bündnis für Demokratie und Toleranz - gegen Rechtsextremismus und
Gewalt»» gegen die JN-Aktivitäten in der Stadt demonstrieren.



































