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Dessau-Roßlau

Friedliche Demonstration gegen Rechtsextremisten

400 Menschen nehmen an Protestzügen und Kundgebung teil - Aufmarsch von 140 NPD-Anhängern

erstellt 09.03.08, 19:24h
Kundgebung «Bunt statt Braun»
Mit einer Kundgebung «Bunt statt Braun» setzten am Sonnabend mehrere hundert Teilnehmer in Zeichen für ein demokratisches antifaschistisches Dessau-Roßlau. (MZ-Foto: Sebastian)
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Magdeburg/Dessau-Roßlau/dpa. Rund 400 Menschen haben am Samstag in Dessau-Roßlau gegen Rechtsextremismus demonstriert. Sie nahmen laut Polizei an verschiedenen Veranstaltungen teil, darunter mehreren Protestzügen und einer Kundgebung. Aufgerufen dazu hatte ein breites Bündnis gegen Rechts unter dem Motto «Bunt statt Braun - für ein demokratisches antifaschistisches Dessau-Roßlau». Anlass war eine Demonstration der rechtsextremen NPD, an der nach Polizeiangaben rund 140 Anhänger teilnahmen. Diese war von der Stadtverwaltung zunächst verboten, dann jedoch von Verwaltungsgerichten zugelassen worden.

Alle Veranstaltungen seien friedlich verlaufen, sagte ein Sprecher der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Ost - auch dank eines Großaufgebotes der Polizei mit 1000 Beamten. Es seien neun Anzeigen wegen versammlungsrechtlicher Verstöße und eine Anzeige wegen Beleidigung gefertigt worden.

Rechtsextremen Umtrieben müssten humanistischen Werte einer demokratischen Zivilgesellschaft, Weltoffenheit und Toleranz entgegengesetzt werden, erklärte der Verwaltungsdirektor des Anhaltischen Theaters Dessau, Joachim Landgraf, laut einer Mitteilung. Der anhaltische Kirchenpräsident Helge Klassohn sagte der Mitteilung zufolge, gegen Rechtsextremismus, Ausländerfeindlichkeit und Antisemitismus müssten alle demokratischen Kräfte zusammenstehen. «Den rechtsradikalen Rattenfängern und Gewalttätern kann nur durch überzeugende und überzeugte Demokraten das Handwerk gelegt werden.»

Die Rechtsextremen wollten in Dessau ähnlich wie zuletzt in Magdeburg den Jahrestag der schweren Bombardierung der Stadt kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges für ihre Zwecke nutzen. Am 7. März 1945 war die Bauhaus-Stadt bei einem alliierten Bombenangriff schwer zerstört worden.


    
    
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