Fall Oury Jalloh
Polizist nach rassistischer Äußerung zu lasch bestraft
Untersuchung zu ausländerfeindlicher Aussage abgeschlossen - 23-jähriger Afrikaner verbrannt
erstellt 25.02.08, 23:03h

Zum dritten Todestag des Afrikaners Oury Jalloh gab es im Dezember eine Gedenkveranstaltung. (Foto: dpa)
Magdeburg/dpa. Das Innenministerium hat die Untersuchung
einer ausländerfeindlichen Äußerung eines leitenden Polizisten zum
Feuertod des Asylbewerbers Oury Jalloh in Dessau abgeschlossen. Die
nochmalige Prüfung des Vorgangs aus dem Jahr 2005 habe ergeben, dass
der Polizist hätte stärker disziplinarrechtlich bestraft werden
können, sagte Innenminister Holger Hövelmann (SPD) am Montag in
Magdeburg. Bei einer Führungskräfteberatung in der früheren
Polizeidirektion Halle hatte der Beamte im Februar 2005 gesagt:
«Schwarze brennen eben mal länger.»
Ein gegen den Mann daraufhin eingeleitetes Disziplinarverfahren
endete mit einem Verweis, der geringsten möglichen Sanktion. Der
Beamte kann nun in dem Fall nicht noch einmal disziplinarrechtlich
bestraft werden. Ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft
wurde nach kurzer Zeit eingestellt.
Die umstrittene Äußerung des leitenden Polizisten war vor zwei
Wochen von einem früheren Staatsschützer publik gemacht worden.
Anlass war seine Befragung vor dem Untersuchungsausschuss des
Landtages, der sich mit Fehlern der Polizei im Kampf gegen den
Rechtsextremismus beschäftigt.
Der 23-jährige Afrikaner Jalloh war am 7. Januar 2005 in einer
Gewahrsamszelle im Polizeirevier Dessau verbrannt. Er soll den Brand
mit einem Feuerzeug selbst ausgelöst haben, obwohl er an Händen und
Füßen gefesselt war. Zwei Polizisten sollen Jalloh nicht rechtzeitig
geholfen haben und stehen deshalb seit März 2007 wegen fahrlässiger
Tötung beziehungsweise Körperverletzung mit Todesfolge vor Gericht.



































