Extremismus
«Rechte Gewalt hat sich auf hohem Niveau stabilisiert»
Mobile Beratung für Opfer registriert wachsende Bereitschaft in Sachsen-Anhalt
erstellt 25.02.08, 14:05h

Heike Kleffner, Projektleiterin der mobilen Opferberatung für Opfer rechtsextremer Gewalt, sitzt im Büro der Opferberatung in Halle/Saale . (Foto: ddp)
Magdeburg/ddp. Die Mobile Beratung für Opfer rechter Gewalt registriert eine wachsende Gewaltbereitschaft in der rechten Szene Sachsen-Anhalts. «Die rechte Gewalt hat sich auf hohem Niveau
stabilisiert», sagte Projektleiterin Heike Kleffner in einem
ddp-Interview. «Die Bereitschaft, Gewalt anzuwenden, ist in der
rechten Szene weiter gestiegen.» Die Opferberatung habe im
vergangenen Jahr 151 gewaltsame Übergriffe mit etwa 318 Betroffenen
gezählt.
«Statistisch gesehen wird in Sachsen-Anhalt jeden zweiten oder
dritten Tag ein Mensch Opfer einer rechten Gewalttat», sagte
Kleffner. Am häufigsten seien alternative Jugendliche, Ausländer und
Migranten Ziel rechter Übergriffe. Regionale Schwerpunkte mit
besonders vielen Fällen seien Magdeburg, Halberstadt und der Bereich
Dessau-Roßlau. Während rassistische Angriffe oft von
«Gelegenheitstätern» ausgingen, gebe es auf alternative Treffpunkte
häufig «gezielte Angriffe» aus der rechten Szene.
Mit Blick auf die Verfolgung rechter Straftaten forderte Kleffner
eine gründlichere Aufklärungsarbeit. «Polizeiliche Ermittlungsfehler
waren in einer Reihe von Fällen Ursache dafür, dass nicht alle Täter
ermittelt werden konnten», kritisierte Kleffner: «Wir erwarten, dass
es hier keine Pannen mehr gibt.» Als ermutigendes Zeichen wertete die
Opferberaterin, dass es im vergangenen Jahr «eine Reihe von Fällen»
gegeben habe, in denen Menschen bei rassistischen Angriffen
eingegriffen hätten.



































