Für das Bernburger Bündnis ist am 11. März das «Fass voll»
Demonstration gegen Bundesgeschäftsstelle der Jungen Nationaldemokraten auf dem Markt
VON Paul Spengler, 29.02.08, 18:28h, aktualisiert 29.02.08, 20:19h
Bernburg/MZ. "Das Fass ist voll!" Unter diesem Motto will das Anfang 2007 gegründete "Bernburger Bündnis für Demokratie und Toleranz - gegen Rechtsextremismus und Gewalt" am Dienstag, 11. März, öffentlich Flagge gegen rechtsradikale Strukturen in Bernburg zeigen. Anlass ist die Tatsache, dass die Jugendorganisation der NPD im Oktober 2007 ihre Bundesgeschäftsstelle von Dresden nach Bernburg verlagert hat.
Beobachter der rechten Szene wie Steffen Andersch vom Dessauer Projekt "Gegenpart" vermuten, dass die Jungen Nationaldemokraten (JN) den nächsten Landtagswahlkampf 2010 für die NPD mit Hilfe der Zentrale am Bernburger Markt vorbereiten wollen. Immerhin vier von sieben Mitgliedern aus Sachsen-Anhalt besetzen den Bundesvorstand der JN.
Treffpunkt für die Demonstration gegen Rechts ist um 16.30 Uhr auf dem Karlsplatz. Nach einer kurzen Begrüßung geht es von dort aus über die Wilhelmstraße bis zum Markt. Dort sind drei kurze Ansprachen vorgesehen. Neben Helge Klassohn, dem Präsidenten der Landeskirche Anhalts, wollen laut Plan zwei weitere Redner das Wort ergreifen.
Vom Bernburger Markt soll am Dienstag, dem 11. März, auch eine optisch wirksame Botschaft ausgehen. Als Symbol hat das Netzwerk ein Fass gewählt. Das Fass auf der Mitte des Marktes soll so lange mit Wasser aus der Saale gefüllt werden, bis es überläuft. Alle sollen einen Eimer für diese Aktion mitbringen. Schätzungsweise 200 Personen werden gebraucht, damit eine Kette von der Saale bis zum Markt zustande kommt.
In der Vorbereitung auf die Demonstration haben die Mitglieder des Bernburger Bündnisses Flugblätter entworfen. Diese sollen am kommenden Dienstag und am Freitag von 14 bis 16 Uhr an Informationsständen auf dem Karlsplatz verteilt werden. Außerdem wurden Faltblätter mit grundlegenden Hinweisen über die Gefahr der rechten Szene gedruckt.
"Wir wollen möglichst viele Menschen auf die Straße bringen", wünscht sich der Bernburger Kreisoberpfarrer Karl-Heinz Schmidt. Das Bernburger Bündnis setzt sich laut seiner Gründungserklärung vom 27. Januar 2007 für eine offene, plurale und demokratische Gesellschaft ein. Das Bündnis ächtet jede Form von Gewalt, Intoleranz und Extremismus und tritt allen Formen von Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit entgegen.
Karl-Heinz Schmidt steht auch zu Fragen für die geplante Demonstration zur Verfügung. Adresse: Martinstraße 5, 06406 Bernburg, Telefon 03471 / 33 35 29.




























