Extremismus
Norwegen erstattet Anzeige gegen Modemarke «Thor Steinar»
Verwendung der Landes-Flagge soll in Zukunft verhindert werden
erstellt 14.02.08, 19:22h, aktualisiert 15.02.08, 17:07h
Potsdam/Berlin/dpa. Norwegen hat gegen die umstrittene
Modemarke «Thor Steinar» Anzeige wegen widerrechtlicher Verwendung
seiner Flagge erstattet. «Wir wollen, dass unsere Staatsflagge als
Symbol des demokratischen Norwegens nicht weiter in Verbindung mit
dem rechtsextremen Milieu gebracht wird», sagte der norwegische
Gesandte in Berlin, Andreas Gaarder, am Freitag. Gegen den
Geschäftsführer der Thor-Steinar-Firma in Königs Wusterhausen sei ein
Bußgeldbescheid über 2000 Euro ergangen, sagte ein Sprecher des
Amtsgerichts Potsdam.
Der Mann habe jedoch Widerspruch eingelegt, über den am 31. März
verhandelt werde. Die Anzeige gegen die Firma laute auf
«widerrechtliche Verwendung staatlicher Hoheitszeichen». Nach dem
deutschen Markengesetz dürfen offizielle Staatssymbole nicht zur
Kennzeichnung von Waren oder Dienstleistungen benutzt werden. Der
SPD-Abgeordnete Sebastian Edathy begrüßte der Zeitung zufolge, dass
die norwegische Regierung gegen «Thor Steinar» aktiv wurde.
Sollte Norwegen Recht bekommen, dann müsste die Firma das Bußgeld
zahlen und dürfte zudem ab sofort nicht mehr die Norwegen-Fahne
verwenden, erläuterte ein Sprecher des Bundesamtes für Justiz in
Bonn. «Es gibt dann nur zwei Möglichkeiten: Die Flagge abmachen oder,
wo das nicht geht, das Kleidungsstück zu vernichten.»
Erst am Mittwoch hatte das Landgericht Magdeburg den weiteren
Verkauf der Bekleidungsmarke im Hundertwasserhaus der Stadt gestoppt.
Das Gericht ordnete die Räumung des Ladens an und gab damit einer
Klage des Vermieters statt. Die zum Bistum Magdeburg gehörende Gero
AG hatte argumentiert, der Mieter habe bei Abschluss des Mietvertrags
nicht darüber informiert, dass in dem Geschäft Bekleidung der
umstrittenen Marke «Thor Steinar» verkauft werden solle. Das Gericht
bezeichnete dies als «arglistige Täuschung».
Nach Protesten von Anwohnern und Gewerbetreibenden hatte unlängst
zudem der Vermieter dem umstrittenen «Thor Steinar»-Laden in Berlin-Mitte gekündigt. Das Hamburger Immobilien-Unternehmen bestätigte,
dass ein entsprechendes Schreiben an den Mieter gegangen sei.












































