Rassismus bei der Polizei
Unerträglicher Korpsgeist
VON Hendrik Krankert, 14.02.08, 22:22h, aktualisiert 14.02.08, 22:22h
Magdeburg/MZ. In Dessau verbrennt ein Mensch in einer Polizeizelle. Langsam. Qualvoll. Grausam. Und nur vier Wochen später kommentiert ein Beamter der Direktion Halle dies mit den Worten: "Schwarze brennen eben mal länger." In einer Runde von Führungskräften, von denen nur einer widerspricht. Schon allein das ist skandalös genug, auch wenn der Fall erst drei Jahre später bekannt wurde.
Doch der Skandal endet nicht: Er setzt sich fort im Mobbing und der Versetzung eines Polizisten, der Courage zeigte. Er setzt sich fort in der Aktenstube eines Staatsanwaltes, der in atemberaubender Geschwindigkeit feststellte, dass hier nichts Verwerfliches passiert sei. Er setzt sich fort im Büro eines Polizeipräsidenten, der einen Verweis als angemessene Strafe in solch' einer Sache betrachtet und den Sprücheklopfer weiter Dienst tun lässt. Bis heute.
Es muss daher davon ausgegangen werden, dass zumindest in Teilen von Sachsen-Anhalts Polizei und Justiz ein unerträglicher Korpsgeist herrscht, der Täter schützt und Opfer verhöhnt. Es ist an der Zeit, dass das Innenministerium an solchen Orten aufräumt. Polizeibeiräte mit Zivilisten, wie jetzt vorgeschlagen, könnten dabei helfen.
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