Dessau-Roßlau in Sachsen-Anhalt
Vermummte Rechte prügeln auf alternative Jugendliche ein
Vorfall bereits am Freitag - Zwei Männer verletzt - Polizei räumt interne Panne ein
erstellt 22.01.08, 14:12h, aktualisiert 22.01.08, 14:12h
Dessau-Roßlau/dpa. Eine Gruppe Rechtsradikaler hat in
Dessau-Roßlau mehrere alternative Jugendliche angegriffen. Zwei
Opfer seien nach dem Angriff, der sich bereits am vergangenen Freitag
ereignete, verletzt in eine Klinik gebracht worden, teilte die
Polizei am Dienstag mit. Sie räumte zudem eine polizeiinterne Panne
ein, weil der Vorfall erst von der Opferberatungsstelle öffentlich
gemacht wurde. Nach Darstellung der Opferberatung prügelten zehn
vermummte Angreifer unvermittelt auf fünf 17- bis 21-Jährige ein.
Dabei hätten die Täter auch Schlagstöcke benutzt.
«Der Sachverhalt ist bekannt, der Staatsschutz ermittelt», sagte
eine Polizeisprecherin. Wegen einer «internen Kommunikationspanne»
sei der Vorfall erst durch die Opferinitiative bekannt geworden. «Ich
habe das am Wochenende nicht gemeldet bekommen», sagte der Dessauer
Polizeisprecher Ralf Moritz.
Wenige Stunden vor der Attacke hatte übereinstimmenden Angaben
zufolge eine Gruppe Rechter versucht, die Teilnehmer einer
Alternativen-Demonstration zu provozieren. Die Polizei erteilte
daraufhin Platzverweise. Nach der Demonstration sei ein Notruf
eingegangen, sagte Moritz. Als die Polizei am mutmaßlichen Tatort
ankam, waren die Angreifer weg. Es sei aus Sicht der Ermittler
deshalb unklar, ob die Rechten - wie von der Opferberatungsstelle
dargestellt - vermummt waren und Schlagstöcke dabei hatten. Der
Staatsschutz des Polizeireviers ermittelt wegen gefährlicher
Körperverletzung.












































