Hakenkreuz-Fall in Mittweida
Staatsanwalt macht Polizei für Panne verantwortlich
«Etwas übermotivierte» Beamtin soll Inhalt einer Besprechung falsch verstanden haben
erstellt 21.12.07, 11:06h, aktualisiert 21.12.07, 11:07h
Dresden/ddp. Im Fall des angeblichen Neonazi-Übergriffs auf eine
17-Jährige in Mittweida macht die Staatsanwaltschaft die Polizei für
Pannen verantwortlich. Eine «etwas übermotivierte» Beamtin habe den Inhalt einer Besprechung falsch verstanden und im Polizeirevier
Mittweida verkündet, die gerichtsmedizinische Untersuchung stütze die
Version des Mädchens, sagte Oberstaatsanwalt Bernd Vogel dem
Nachrichtenmagazin «Focus» laut Vorabbericht. Diese Behauptung sei
dann in der Öffentlichkeit verbreitet und als Bestätigung für den
Tathergang gewertet worden.
Unter Berufung auf Angaben der Jugendlichen war die Polizei
zunächst davon ausgegangen, dass vier Neonazis dieser am 3. November
vor einem Supermarkt ein Hakenkreuz in die Hüfte geritzt hatten. Sie
sei einer Sechsjährigen zu Hilfe geeilt, die von den Neonazis
umhergeschubst worden sei, Anwohner hätten tatenlos zugesehen. Diese
Version wird mittlerweile angezweifelt, da sich bisher kein Tatzeuge
gemeldet hat. Gegen die 17-Jährige wurde deshalb ein
Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Vortäuschung einer
Straftat eingeleitet.
Polizei und Staatsanwaltschaft hatten am 23. November gemeinsam
mitgeteilt, dass die Angaben des Mädchens über einen Überfall von
vier Neonazis von einem «Aussiedlermädchen» gestützt worden seien.
Erst am Dienstag wurde bekannt, dass die Mutter der Sechsjährigen
später erklärt habe, mit ihrer Tochter zum Tatzeitpunkt gar nicht in
Mittweida gewesen zu sein. Nach Angaben der Chemnitzer
Staatsanwaltschaft kam die erste Zeugenaussage des Kindes im Beisein
einer Psychologin zustande.













































