Bad Kösen im Burgenlandkreis
«Zur Not hätte ich das privat bezahlt»
Landrat Harri Reiche beklagt Imageschaden für den Kreis durch Kongress des NPD-Verlages
erstellt 19.12.07, 20:51h, aktualisiert 19.12.07, 23:07h

Harri Reiche (parteilos), der Landrat des Burgenlandkreises. (MZ-Foto: Hartmut Krimmer)
Bad Kösen/MZ/mhe/gau. Der Landrat des Burgenlandkreises, Harri Reiche (parteilos), beklagt einen Imageschaden für den Kreis durch den Kongress des NPD-Verlages "Deutsche Stimme", der im November im Bad Kösener Hotel "Kurgarten am Walde" stattfand. Reiche bestätigte, dass er Hotelier Jürgen Becker Hilfe bei Schadenersatzforderungen angeboten hat, wenn er den Kongress absage.
"Ich habe 1 000 Euro geboten, später mehr. Zur Not hätte ich das privat bezahlt", so Reiche. Becker hatte das Angebot nach eigenen Angaben auch abgelehnt, weil erste Teilnehmer bereits angereist waren. Deshalb sei eine Absage nicht mehr möglich gewesen (die MZ berichtete). Immer wahrscheinlicher wird derweil ein Parteiausschlussverfahren gegen Wilfried Becker, Vater des Hoteliers und CDU-Kreistagsmitglied. Er ist nicht Geschäftsführer des Hotels, wurde dort aber an Stelle seines abwesenden Sohnes von Staatsschützern über die NPD-Verbindung informiert. Vorher habe er davon nicht gewusst, hatte Becker senior dem CDU-Kreisvorstand erklärt. Im Widerspruch dazu steht der Bericht der Beamten. Laut Innenministerium habe Becker senior "bestätigt, dass ihm bekannt ist, dass der Kongress unter NPD-Führung läuft".
Dienstag tagte Bad Kösens Gemeinderat in Beckers Hotel. Die Fraktion der Bürgerbewegung BKB blieb aus Protest fern, forderte einen anderen Tagungsort und Konsequenzen für CDU-Mitglied Becker. Erst bei "Sonstiges" äußerte sich CDU-Fraktionschef Dieter Erhardt dazu: Für eine Position fehlten "noch ein paar Fakten". CDU-Kreischef Götz Ulrich will die Polizei-Angaben prüfen. "Wenn das so war, ist das eine andere Lage. Dann kommt ein Ausschlussverfahren", sagte er. Ähnlich äußerte sich CDU-Landesvize Reiner Haseloff: "Für eine Zusammenarbeit mit rechtsextremen Organisationen gibt es bei uns Null Toleranz." Kommentar Seite 4



































