Umfrage
Bürger sehen Korruption als wachsendes Problem
Organisation «Transparency International (TI)» stellt Untersuchung vor
erstellt 06.12.07, 13:10h

Nach diversen Skandalen sehen die Deutschen das
Thema Korruption als wachsendes Problem. (Foto: dpa)
Berlin/ddp. Nach diversen Skandalen sehen die Deutschen das
Thema Korruption als wachsendes Problem. Rund 69 Prozent der
Bevölkerung befürchten nach einer aktuellen Befragung der
Organisation «Transparency International (TI)» eine Zunahme der
Korruption in den kommenden drei Jahren. In den EU-Staaten sähen nur
Briten und Niederländer die Zukunft bei diesem Thema noch
pessimistischer, sagte die deutsche TI-Vorsitzende Sylvia Schenk am
Donnerstag in Berlin bei der Vorstellung des «Global Corruption
Barometer 2007». Vor vier Jahren hätten nur 45 Prozent der Deutschen
ähnliche Befürchtungen gehegt.
Offensichtlich hätten die Menschen durch die Berichterstattung
über Skandale wie bei Siemens und VW gemerkt, dass Korruption auch in
Deutschland ein Problem sei, sagte Schenk. In der Wahrnehmung der
Befragten seien vor allem Privatwirtschaft, Parteien und Medien in
Deutschland von Korruption betroffen. Im Vergleich zum Vorjahr finde
sich die größte Veränderung bei der Bewertung der
Versorgungsunternehmen, die in diesem Jahr deutlich kritischer
eingeschätzt würden. Die engen Verflechtungen zwischen Politik und
Unternehmen in diesem Bereich seien eine mögliche Ursache für dieses
Ergebnis, sagte Schenk.
Mit 77 Prozent hält zudem ein Großteil der Befragten der Umfrage
zufolge die Bemühungen der Bundesregierung gegen Korruption für nicht
effektiv. Die TI-Vorsitzende forderte deshalb «deutliche Signale» von
der Politik. So müssten etwa die ermittelnden Staatsanwaltschaften in
Korruptionsfällen besser ausgestattet werden. Zudem forderte Schenk
die Bundesregierung auf, die UN-Konvention gegen Korruption zu
ratifizieren.
Die Antikorruptionsorganisation legt das «Global Corruption
Barometer» seit 2003 jährlich vor. Für die Untersuchung wurden den
Angaben zufolge rund 63 000 Menschen in 60 Ländern befragt.












































