Bilanz rechter Straftaten
Ein Minister sieht alt aus
VON Alexander Schierholz, 27.11.07, 21:39h, aktualisiert 27.11.07, 22:01h
Halle/MZ. Der Umgang mit der Statistik
rechter Straftaten bei Landeskriminalamt und
Polizei lässt Sachsen-Anhalts Innenminister
Holger Hövelmann alt aussehen. Seit Jahresanfang
bewerten die Kriminalisten manches rechte
Delikt ganz anders als vorher. Und der politisch
verantwortliche Minister? Weiß erst seit kurzem
davon.
Hövelmann muss sich fragen lassen, warum er
nicht schon bei der Vorlage der angeblich
so guten Halbjahresbilanz im Sommer hartnäckiger
nach den Gründen für den auffälligen Rückgang
der Zahlen geforscht hat. Jener Zahlen, von
denen sich nun herausstellt, dass sie doch
nicht so gut sind. Man kann dem Minister guten
Willen im Kampf gegen Rechts nicht absprechen.
Der nützt aber nicht viel, wenn die untergeordneten
Behörden ihr eigenes Süppchen kochen. So wie
in diesem Fall, in dem offenbar jede Polizeidirektion
anders gezählt hat - orientiert an Gummi-Richtlinien.
Vor dem Hintergrund der Dessauer Polizeiaffäre
und zahlreicher anderer Ermittlungspannen
im Umgang mit rechten Delikten ist das fatal.
Bekommt Hövelmann seine Polizei nicht endlich
besser in den Griff, braucht er sich über
den Ruf nach seinem Rücktritt nicht wundern.
Kontakt zum Autor: Alexander Schierholz












































