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Sachsen-Anhalt

Keine Brandbeschleuniger in der Zelle von Oury Jalloh

Matratze mit Feuerzeug angezündet - Tod durch Hitzeschock - Prozess gegen Polizisten

erstellt 15.11.07, 16:10h
Mariam Djombo Jalloh, Mutter des Opfers
Die Mutter des getöteten Afrikaners Ouri Jalloh, Mariam Djombo Jalloh, verfolgt die Verhandlung. (Foto: dpa)
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Dessau-Roßlau/dpa. Das Feuer in der Gewahrsamszelle des Asylbewerbers Oury Jalloh, der dabei Anfang 2005 in Dessau ums Leben kam, ist nicht durch Brandbeschleuniger verursacht worden. Es habe keine Hinweise darauf gegeben, sagte ein Ermittler des Landeskriminalamtes (LKA) am Donnerstag als Zeuge vor dem Landgericht Dessau-Roßlau laut Gerichtssprecher. Der LKA-Beamte schilderte, dass er in der Zelle dem toten Afrikaner die Fesseln an Händen und Füßen entfernt habe. Zudem habe er in dem Raum Spuren gesichert und dabei Reste eines Feuerzeug gefunden. In dem seit Ende März laufenden Prozess sind zwei Dessauer Polizisten angeklagt.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem zwischenzeitlich suspendierten Dienstgruppenleiter des damaligen Dessauer Polizeireviers Körperverletzung mit Todesfolge, einem weiteren Polizisten fahrlässige Tötung, jeweils durch Unterlassen, vor. Die beiden Angeklagten hatten am 7. Januar 2005 Dienst, als der Afrikaner bei dem Brand in der Gewahrsamzelle starb.

Dem Asylbewerber soll nicht rechtzeitig geholfen und bei seiner Durchsuchung ein Feuerzeug übersehen worden sein. Die beiden Angeklagten hatten bisher die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft weitgehend bestritten. Indes hatte ein Polizeibeamter laut Gerichtssprecher als Zeuge ausgesagt, der Ex-Dienstgruppenleiter habe in einem persönlichen Gespräch zugegeben, bei dem Brand in der Zelle zu spät reagiert zu haben.

Laut Obduktion starb der Afrikaner an einem Hitzeschock. Trotz Fesselung an Händen und Füßen soll er das Feuer in der Zelle selbst gelegt haben, indem er in dem gefliesten Raum die Matratze anzündete. Die Todesumstände gelten bislang als nicht eindeutig geklärt. Die 6. Strafkammer hat an bisher 31 Verhandlungstagen bereits viele Zeugen befragt. Das Gericht hat laut Sprecher weitere Prozesstage bis zum 26. Februar anberaumt.


    
    
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