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Zivilcourage

Weder Bett noch Schnitzel für Rechte

Gaststättenverband Sachsen-Anhalt startet Aktion gegen Neonazis

VON Walter Zöller, 11.11.07, 19:51h, aktualisiert 11.11.07, 23:05h
Rechtsextreme
Rechtsextreme stehen der Polizei gegenüber. (Foto: dpa)
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Halle/MZ. Neonazis müssen in Sachsen-Anhalt damit rechnen, dass sie in Hotels keine Zimmer mehr bekommen. Sie sollen in gastronomischen Betrieben zu unerwünschten Personen erklärt werden.

Die rund 1 000 Mitgliedsbetriebe des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) in Sachsen-Anhalt werden Anfang dieser Woche Post mit ungewöhnlichem Inhalt bekommen. In dem Schreiben wirbt Dehoga-Geschäftsführer Wolfgang Schildhauer für eine Aktion, in der es darum geht, bestimmte Gäste aus Hotels und Restaurants wenn möglich zu verbannen. Neonazis sollen, so das erklärte Ziel, in keinem der Mitgliedsbetriebe mehr ein Zimmer oder einen Tagungsraum buchen können.

"Wir wollen bei den Gastwirten die Sensibilität für das Thema erhöhen", sagte Schildhauer gegenüber der MZ. Dabei gehe es nicht nur um die selbstverständliche politische Abgrenzung zu Rechtsradikalen, sondern auch um wirtschaftliche Überlegungen. Touristen würden zunehmend durch fremdenfeindliche Übergriffe und durch die Wahlerfolge rechter Parteien wie der NPD von einem Besuch Sachsen-Anhalts abgehalten. Schildhauer zitiert in diesem Zusammenhang eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipsos. Danach haben elf Prozent der Befragten erklärt, wegen der rechten Vorfälle auf eine Reise nach Sachsen-Anhalt verzichten zu wollen. Bei weiteren 15 Prozent spiele dies zumindest in der Abwägung mit anderen Reisezielen eine wichtige Rolle.

Grundsätzlich hat ein Gastwirt nach Angaben Schildhauers das Recht, eine Buchung abzulehnen. Er sieht allerdings noch eine Menge Aufklärungsarbeit auf seinen Verband zukommen. So seien beispielsweise viele NPD-Politiker nicht so bekannt, dass eine Reservierung in einem Hotel unter deren Namen sofort auffällt. "Hier hoffen wir auch auf die Unterstützung durch das Innen- und das Wirtschaftsministerium in Magdeburg."

Ratschläge kann sich die Dehoga von ihren Kollegen in Brandenburg holen. Der dortige Hotel- und Gaststättenverband hat Funktionäre der NPD und der DVU als Gäste in gastronomischen Betrieben schon vor einigen Wochen für unerwünscht erklärt. Im Streitfall wird den Mitgliedsbetrieben nun unter anderem Hilfestellung in juristischen Fragen angeboten.


    
    
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