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Fußballszene

Polizei: Fangruppen teilweise rechtsextrem

Tagung in Sachsen - Steigende Gewaltbereitschaft

erstellt 23.09.07, 20:20h
Deutsche Hooligans
Deutsche Hooligans (Foto: dpa)
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Leipzig/dpa/MZ. Im Umfeld von Fußballspielen kommt es immer wieder zu gewalttätigen Übergriffen. Eine Tagung in Leipzig ging nun der Frage nach, wie sehr die Täter in der rechtsextremen Szene verankert sind.

Gewaltbereite Fußball-Fangruppen in Sachsen sind laut Polizei zum Teil rechtsextremistisch. "Wir haben in Sachsen diesen Nachweis", sagte Polizeidirektor Uwe Kilz am Samstag auf dem ersten Sportrechtstag in Leipzig. Dies dokumentiere sich in den Namen der Gruppen ebenso wie in der Kleidung und den Handlungen. Damit widersprach der Abteilungsleiter der Bereitschaftspolizei den Darstellungen des Bielefelder Rechtsprofessors Wolfgang Schild. Er hatte in seinem Vortrag berichtet, die Wissenschaft sei der Meinung, "dass ein Zusammenhang zwischen Hooligans und Rechtsradikalen nicht existiert".

Als Beispiel für Rechtsextremismus nannte Kilz die Anhänger des 1. FC Lok Leipzig. Diese nennen sich "Lok-Geschwader", "Kommando West" oder "Auf zur Völkerschlacht". Die Gruppierung "blue-caps-le" nehme an NPD-Veranstaltungen teil. Laut Kilz habe Vereinspräsident Steffen Kubald, selbst einstiger Hooligan, "bestimmte Klientel nicht mehr im Griff".

Spruchbänder wie "Wir sind Lokisten, Mörder und Faschisten" oder das Formieren von 50 Mann zu einem Hakenkreuz im Stadion belegten den rechtsextremen Einfluss ebenso wie das Tragen einschlägiger Szenekleidung. "Äußerlichkeiten sind mit dem Gedankengut in Verbindung zu bringen. Man muss die Äußerlichkeiten auf den Index setzen", sagte Kilz. Er begrüßte damit die Maßnahmen einiger Clubs wie FC Carl Zeiss Jena, 1. FC Magdeburg oder Dynamo Dresden, Kleidung, die dem rechtsextremen Umfeld zuzurechnen ist, aus den Stadien zu verbannen.

Nach Einschätzung der Polizei befindet sich die Fan-Szene in einer Wandlung. "Ultras" genannte Fangruppen würden sich mit Hooligans zu "Hooltras" vermischen. "Die Ultra-Szene ist an einem Scheideweg", so Kilz. Ausschreitungen würden immer brutaler.

In Sachsen-Anhalt gibt es nach Angaben des Innenministeriums keine Hinweise, dass Fan-Gruppen von Rechtsextremen unterwandert werden. Es gebe aber einige Straftäter, die als Hooligan und als Rechtsextremist aufgefallen seien.



    
    
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