Sachsen
«Hetzjagd auf Mügelner, nicht in Mügeln»
Milbradt: Stigmatisierung des Orts «unerträglich» - Wiefelspütz: Verzerrte Wahrnehmung
erstellt 16.09.07, 19:32h

Der sächsische Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU), aufgenommen beim 21. CDU-Landesparteitag in der Tagungshalle in Mittweida. (Foto: ddp)
Berlin/Dresden/dpa. Politiker von SPD, Linkspartei und Grünen
haben Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) die
Verharmlosung der Attacke auf Inder Mitte August in Mügeln
vorgeworfen. Milbradt hatte es beim CDU-Landesparteitag in Mittweida
am Samstag gesagt, es habe «keine Hetzjagd in Mügeln, sondern eine
Hetzjagd auf Mügeln und die Mügelner gegeben». Es sei unerträglich,
wenn ein ganzer Ort oder Landstrich stigmatisiert werde.

Polizisten vor der Pizzeria in Mügeln, in der acht Inder von bis zu 50 ausländerfeindlichen Deutschen angeblich zusammengeschlagen worden waren. (Foto: dpa)
Der SPD-Innenexperte im Bundestag, Dieter Wiefelspütz, warf
Milbradt eine völlig verzerrte Wahrnehmung und eine deplatzierte und
instinktlose Äußerung vor. Die Grünen-Fraktionschefin im Landtag,
Antje Hermenau, kritisierte im «Tagesspiegel» (Montag), Milbradt
werde Teil des Problems, wenn er fremdenfeindliche Einstellungen
nicht als solche wahrnehme, sondern sie verharmlose. Die Chefin der
sächsischen Linkspartei, Cornelia Ernst, sprach in der Zeitung von
einer politisch bedenklichen Verharmlosung des Sachverhaltes. FDP-Landeschef Holger Zastrow unterstützte hingegen Milbradt: Niemand
dürfe vorverurteilt werden, sagte er dem Blatt.
Milbradt mahnte indes bei der Auseinandersetzung mit
Rechtsextremismus Augenmaß an. «Diese dürfen wir nicht den
selbsternannten und sogenannten Antifaschisten überlassen», sagte er.
Mitte August hatten in Mügeln bei einem Stadtfest Dutzende
Deutsche acht Inder attackiert und verletzt. Die Polizei ermittelt
wegen Volksverhetzung und Landfriedensbruch.



































