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Extremismus

Neonazi gesteht Angriff

Überfall auf Halberstädter Schauspieler - Prozess gegen vier Männer eröffnet

erstellt 09.10.07, 20:38h, aktualisiert 09.10.07, 21:58h
Prozessbeginn
Die Angeklagten kurz vor Prozessbeginn in Magdeburg. (MZ-Foto: Andreas Stedtler)
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Magdeburg/MZ/lö. Mit einem Teilgeständnis hat am Dienstag der Prozess um den rechten Überfall auf Mitglieder eines Halberstädter Theaterensembles begonnen. Ein 22-Jähriger, der als einziger der angeklagten Neonazis aussagte, räumte Schläge ein. Er bestritt jedoch ein politisches Motiv der Tat.

Im Prozess vor dem Amtsgericht Halberstadt, der aus Platzgründen nach Magdeburg verlegt wurde, müssen sich vier Angeklagte im Alter zwischen 22 und 29 Jahren wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten. Die einschlägig vorbestraften, noch unter Bewährung stehenden Männer sollen die von einer Premierenfeier kommenden Schauspieler in der Nacht zum 9. Juni zusammengeschlagen und erheblich verletzt haben.

Staatsanwalt Harald Sehorsch warf ihnen "massive und brachiale" Gewalt vor. Motiv sei ausschließlich gewesen, dass sie die Opfer optisch der linken Szene zugeordnet hätten. Der 22-Jährige hingegen ließ über seinen Anwalt erklären, er habe sich von den Schauspielern provoziert gefühlt und deshalb zugeschlagen. "Das hatte nichts Politisches. Ich bin enthemmt vom Alkohol ausgerastet." Zugleich kündigte er neben dem Geständnis auch Aussagen über die rechte Szene an. Dafür erwarte er eine Haftstrafe unter drei Jahren im offenen Vollzug. Staatsanwalt Sehorsch erklärte indes, dass es keinerlei konkrete Absprachen zum Strafmaß gebe.

Die Anwälte der Opfer übten zum Prozessauftakt heftige Kritik am Gericht. Im Gegensatz zur Staatsanwaltschaft sah dieses anhand der Aussagen in den Akten keinen Anhaltspunkt dafür, dass die Neonazis die Tat gemeinschaftlich geplant und begangen haben und ließ diesen Punkt der Anklage nicht zu. Eine Anwältin erklärte, die Schauspieler seien darüber ebenso empört wie über das damalige Verhalten der Polizei, bei dem sie sich eher als Täter denn als Opfer gefühlt hätten. Der Fall hatte im Juni auch wegen etlicher Polizeipannen bundesweit für Empörung gesorgt. Unter anderem hatte die Polizei einen der Verdächtigen zwar gestellt, ihn aber trotz seiner Vorstrafen zunächst laufen lassen.


    
    
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