Farbsymbole des Friedens

Es ist eine Aktion mit großer Symbolkraft, ein Kinder- Kunst- und Friedensprojekt: Jugendliche aus dem Merseburger Domgymnasium trafen sich Freitagnachmittag im altehrwürdigen Petrikloster der Stadt. Ihr Anliegen: im wahrsten Wortsinn Zeichen zu setzen. Gemeinsam mit ihrem Kunsterziehungslehrer Hubertus Schmidt begannen sie, gemeinsam Regenschirme mit farbigen Motiven zum Thema Frieden zu bemalen. Die Schirme waren zuvor von der SPD-Landtagsabgeordneten Verena Späthe gesponsert worden, die die Aktion ganz ausgezeichnet findet.
Initiator des eindrucksvollen Vorhabens, das inzwischen Unterstützer in vielen Teilen der Welt findet, ist der US-amerikanische Künstler Matt Lamp. Er liebe Regenschirme besonders, hatte er auf Nachfrage zum Projekt gesagt und die Begründung dafür gleich mitgeliefert. Ein Schirm nutze jedem, der ihn in die Hand nehme und öffne. Dem Schirm sei es egal, wer unter ihm stehe, egal ob Mann, ob Frau, ob behindert oder nicht. Und wenn es regne und jemand einem den Platz unter dem Schirm anbiete, lehne man den halt auch nicht ab.
Lamp rief das Projekt kurz nach den Anschlägen vom 11. September 2001 auf das World Trade Center ins Leben. Seither haben sich mehr als 400 000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene von der Botschaft der Schirme in den Bann ziehen lassen. Es gab schon Schirmparaden u. a. in London und Moskau, weitere sollen folgen. Die erste bundesweite Parade will am kommenden Freitag mit ihren Trägern in Berlin durch das Brandenburger Tor zum Reichstagsgebäude als Sitz des Parlamentes ziehen. 4 000 Schirme samt deren Träger werden bei der Aktion erwartet, die übrigens unter der "Schirmherrschaft" vom Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse steht. Mit dabei werden auch die Merseburger sein.
Mat Lamp wird zuvor auch selbst in die Domstadt kommen. Am kommenden Mittwoch will der Maler, von dem einige Bilder ab 2010 ins Petrikloster einziehen werden, sich die Schirme anschauen und mit ihren Malern reden. Seite 10































