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MZ-Aktion «Mit offenen Augen»

Viele Ausländer blieben zu DDR-Zeiten «fremde Gäste»

Reaktionen auf Streitschrift von Richard Schröder - Kritik und Zustimmung

erstellt 27.09.07, 21:27h, aktualisiert 27.09.07, 21:56h
Gespräch
Für den Fotografen: Auszubildende aus Sambia im Gespräch mit ihren DDR-Kollegen - im Alltag fand die Integration nur selten statt. (Foto: Archiv)
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Halle/MZ. "Die Irrtümer des Ostens" ist mild formuliert, gilt es doch, sich gegen eine einseitige Darstellung von Fremdenfeindlichkeit in Deutschland zu wehren. Und insofern liest sich der Artikel von Prof. R. Schröder sehr gut und mit Zustimmung. Doch lassen Sie mich eine Besonderheit der ehemaligen DDR benennen: Die ins Land geholten Fremdarbeiter wurden so abgeschottet, dass es kaum zu Begegnungen mit der Bevölkerung kam. Ausgenommen waren "Freundschafts-Begegnungen" unter strenger Aufsicht. Dies war sicher eine der Ursachen, dass wir es mit fremden Gästen statt Mitbürgern zu tun hatten und erst recht spät zueinander fanden.

Dr. Ulrich Plettner, Dessau.

Ich bin ein geborener "Wessi", lebe aber auf eigenen Wunsch seit 1992 fest in Sachsen-Anhalt. Ich arbeite hier als Verantwortlicher für eine größere Landesbehörde. Meines Erachtens handelt es sich bei rechtsextremistischen Personen um Menschen, die entweder durch ein primitives Elternhaus erzogen worden sind oder in einem ebenso primitiven Umfeld gelandet sind. Vermutlich hatte keiner Zeit für die Kinder - ab in die Krippe, abends genervt ins Bett, keine Liebe und Zärtlichkeit.

Es wandern zwar viele Intelligente von hier ab, es kommen aber auch viele aus dem Westen, weil unsere Universitäten einen hohen Ruf genießen. Gebt unserem Nachwuchs eine Perspektive! Verurteilt sie nicht! Beschäftigt Euch mit Ihnen! Sie sind unsere und deren eigene Zukunft, und sie werden diese gestalten müssen!

Ulrich Waltemath, Bad Suderode

Ich unterstütze Herrn Schröders Haltung gegen rechts und sein zivilgesellschaftliches Engagement an seinem Wohnort. Ich kann auch sonst seinem Gedankengang folgen, zumindest bis zu dem Punkt, wo er feststellt, der Ostdeutschen Gefühl des Benachteiligtseins sei unberechtigt. Die Fakten sind nun einmal so, dass das durchschnittliche Nettovermögen ostdeutscher Haushalte noch 40 Prozent unter dem der westdeutschen liegt, dass es eine doppelt so hohe Arbeitslosigkeit mit all ihren Folgen für den einzelnen und für die Regionen gibt. Wenn die Lebens-, Arbeits- und Einkommensverhältnisse im Osten sich denen im Westen wirklich einmal angenähert haben, wird die ganze heutige Diskussion gegenstandslos sein.

Vielleicht sollte selbige deshalb besser auf die Frage gerichtet werden, wie wir das gemeinsam hinkriegen und was oder wer dabei wirklich im Wege steht .

Uwe Sauermann, Götschetal

Dass ich den Vorfall in Guntersblum erst durch den Artikel von Herrn Schröder erfahren habe, bestätigt seinen Hinweis auf die "Asymmetrie der Wahrnehmung". Aber diese kommt doch nur dadurch zustande, dass die Medien nicht entsprechend berichten, auch die ostdeutschen. Wenn die Menschen ihre Lebensverhältnisse nicht vergleichen würden, hätten sie ein besseres Lebensgefühl. Sie würden zufrieden leben - oder etwas zur Änderung tun.

Eduard Prosch, Halle



    
    
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