Sachsen-Anhalt
Justiz versteigert bei Ebay
Einmaliger Test: Wertgegenstände aus Straftaten im kommerziellen Internet-Angebot
VON Hendrik Kranert, 27.07.07, 22:05h, aktualisiert 27.07.07, 22:09h

Dies ist einer der beiden Ringe, die Sachsen-Anhalts Justiz versteigern lässt. (MZ-Foto: Andreas Stedtler)
Magdeburg/MZ. Sachsen-Anhalts Justizministerium will künftig Schmuck und andere Wertgegenstände im Internet-Auktionshaus Ebay versteigern. Der Schmuck ist bei Straftätern sichergestellt worden. Mit der Ebay-Auktion, die im September beginnen soll, startet das Land einen bundesweit einmaligen Test bei einem kommerziellen Internetanbieter.
Zunächst sollen acht Ringe versteigert werden. Diese wurden, wie andere Wertgegenstände auch, mit Geld aus Rauschgiftgeschäften oder anderen Verbrechen erworben. Staatsanwaltschaften und Gerichte kassieren sie im Zuge so genannter Vermögensabschöpfungen ein, damit sie noch der Staatskasse zugute kommen. "Solche Dinge habe wir bislang bei normalen Auktionshäusern oder speziellen Internetangeboten des Bundes versteigert", sagt Sachsen-Anhalts Justizministerin Angela Kolb (SPD). Der Kundenkreis sei deshalb bislang begrenzt. "Wer einen Ring für seine Liebste sucht, guckt eher nicht bei zoll-auktion.de, sondern sucht bei Ebay etwas Passendes", so Kolb. Daher sei in ihrem Ministerium die Idee entstanden, auf dieser Plattform nach Käufern zu suchen. "Wir wollen unsere Absatzchancen erhöhen und mehr Geld für die Landeskasse einnehmen", erklärte die Ministerin. Ein vergleichbares Angebot einer Justizbehörde gebe es in der Bundesrepublik bislang nicht. Der Entscheidung für die Aktion sei daher eine umfangreiche rechtliche Prüfung vorausgegangen.
Zunächst soll das Land mit dem Ebay-Namen
"Justitia-Magdeburg" online gehen. Mit der Magdeburger Staatsanwaltschaft und acht Ringen wird ein Test gestartet, dem bei Erfolg die übrigen Staatsanwaltschaften im Land und ein größeres Angebot, etwa mit Computern und Kosmetik, folgen sollen.
Die Stücke, die jetzt unter den virtuellen Hammer kommen, sind zuvor begutachtet und taxiert worden, so Kolb. Modeschmuck sei ab zehn Euro zu haben. Ebenfalls im Angebot ist ein Brillantring aus Weißgold, der einst einem Drogendealer gehörte. Dafür muss man allerdings tiefer in die Tasche greifen: Das Mindestgebot liegt hier bei 750 Euro.












































