Extremismus
Rechte und Linke verüben weniger Straftaten
Sachsen-Anhalt: Politisch motivierte Kriminalität geht zurück
erstellt 25.07.07, 11:38h, aktualisiert 25.07.07, 13:17h
Magdeburg/ddp. Die Zahl politisch motivierter Straftaten in
Sachsen-Anhalt ist deutlich gesunken. Im ersten Halbjahr verringerte
sich die Zahl dieser Straftaten im Vergleich zum ersten Halbjahr 2006
um 397 auf 462, sagte Innenminister Holger Hövelmann (SPD) am
Mittwoch in Magdeburg. Die Gewaltstraftaten gingen um 56 auf 38
zurück. Hövelmann wies darauf hin, dass es im ersten Halbjahr 2006
gegenüber den Vorjahren einen «enormen Anstieg» gegeben habe. Jetzt
liege Sachsen-Anhalt bei den politisch motivierten Straftaten auf dem
Niveau von 2004 und 2005. Es gebe keinen Grund zur Entwarnung,
betonte der Minister.
Der größte Teil der politisch motivierten Straftaten werde von
rechtsmotivierten Straftätern begangen. Die Zahl dieser Delikte sank
von 555 in den ersten sechs Monaten 2006 auf 248 bis Ende Juni dieses
Jahres. Rechte Gewaltstraftaten gingen von 58 auf 31 zurück. Als
mögliche Gründe dafür nannte Hövelmann erhöhten Verfolgungsdruck der
Polizei und Videoüberwachung an Schwerpunkten. Politisch motivierte
Straftaten aus dem linken Spektrum gingen von 168 auf 51 zurück.
Hövelmann wies darauf hin, dass es unterschiedliche Statistiken zu
den Straftaten von Polizei und Opferberatungsstellen gebe. Die
Polizei halte sich an bundesweit abgestimmte Kriterien. Zu den
Beratungsstellen gingen auch Opfer rechtsextremer Gewalt, die sich
nicht bei der Polizei meldeten. Außerdem seien einige Straftaten noch
nicht abschließend bewertet.
Hövelmann sagte, bei der Bekämpfung der rechtsextremen Straftaten
sei ein «langer Atem» nötig. Die rechte Struktur habe sich über einen
langen Zeitraum aufgebaut.




































