Sachsen-Anhalt
Gericht weist Haftbeschwerden von Halberstädter Neonazis ab
Opfer des Überfalls wollen im Prozess als Nebenkläger auftreten
erstellt 24.07.07, 14:11h

Blutflecke sind nach dem Neonazi-Überfall auf dem Gehweg vor dem Gebäude des ehemaligen Klubhauses in Halberstadt sichtbar. (Foto: dpa)
Magdeburg/Halberstadt/ddp. Das Landgericht Magdeburg hat die
Haftbeschwerden dreier Neonazis, die am 9. Juni am Überfall auf eine
Theatergruppe in Halberstadt beteiligt waren, am Montag abgewiesen.
Wie ein Sprecher mitteilte, hatten die Männer Beschwerde gegen einen
Beschluss des Amtgerichts Halberstadt eingereicht, der ihren Verbleib
in der Untersuchungshaft vorsieht.
Unterdessen haben sieben Opfer des Überfalls über ihre Anwälte
erklärt, dass sie im Prozess als Nebenkläger auftreten werden. Der
erste Verhandlungstag wurde für den 4. Oktober vor dem erweiterten
Schöffengericht in Magdeburg angesetzt. Der späte Prozessbeginn war
von der Staatsanwaltschaft kritisiert worden, weil Zeugen bis zu
ihrer Aussage zu lange warten müssten.
Die Staatsanwaltschaft wirft vier Männern im Alter von 22 bis 29
Jahren gemeinschaftliche gefährliche Körperverletzung vor. Sie hatten
am 9. Juni in Halberstadt eine Gruppe von 14 Schauspielern überfallen
und fünf von ihnen zum Teil schwer verletzt. Der Fall hatte
zusätzlich für Empörung gesorgt, weil die Polizei einen
stadtbekannten und einschlägig vorbestraften 22-Jährigen, der am
Tatort von Opfern wieder erkannt worden war, zunächst hatte laufen
lassen. Er gehört zu den vier Angeklagten und hat die Tatbeteiligung
während der Untersuchungshaft gestanden.



































