Verfassungsschützer
Rechtsextreme setzen auf Doppelstrategie
Akzeptanz in der Bevölkerung von Sachsen-Anhalt steigt
erstellt 18.07.07, 20:42h, aktualisiert 18.07.07, 20:58h

Springerstiefel mit weißen Schnürbändern sind ein Symbol der Rechtsextremen (Foto: dpa)
Magdeburg/MZ/hk. Sachsen-Anhalts Rechtsextreme bleiben
eine Gefahr: Der Verfassungsschutz registrierte
im vergangenen Jahr einen erneuten Anstieg
von Straftaten und gewaltbereiten Neonazis.
Nach Ansicht
des Präsidenten des Landesverfassungsschutzes,
Volker Limburg, verfolgen die Rechtsextremen
eine Doppelstrategie: Zum einen "wechselt
man vom geistigen Brandstifter zum Biedermann",
so Limburg und spricht von einer zunehmenden
Intellektualisierung der Szene. Vorreiter
sei hier die Jugendorganisation der NPD, die
Jungen Nationalen (JN).
Auf der anderen Seite mache gerade die NPD
derzeit eine entscheidende Veränderung durch.
"Im Vorstand sitzen nach der Ablösung von
Andreas Karl als Vorsitzenden durch Carola
Holz immer mehr Neonazis", so Limburg. Als
besonders gefährlich wertete er die Strategie
der rechtsextremen Partei, Sympathien in der
Bevölkerung durch scheinbar unpolitische Veranstaltungen
wie Heimat- und Kinderfeste zu gewinnen. Limburg
forderte die Kommunen auf, für eine "vernünftige
Freizeitgestaltung" zu sorgen. "Wenn es die
Kommunen nicht machen, dann macht es die NPD
oder die JN."
Sowohl Limburg als auch Innenminister Holger
Hövelmann (SPD) zeigten sich besorgt, dass
es in der Gesellschaft eine zunehmende Akzeptanz
rechten Gedankengutes gebe. Diese nehme zu,
je weiter man aus den Ballungszentren in die
ländlichen Räume gehe.
Neben der steigenden Zahl rechtsextremer Straftaten
im vergangenen Jahr registrierten die Verfassungsschützer
aber auch einen leichten Zuwachs bei Straftaten,
die von Linksextremisten begangen wurden.
Deren Zahl stieg von 535 im Jahr 2005 auf
570 im vergangen Jahr.












































