Magdeburg
Neonazis verprügeln Russlanddeutsche
Erneut rechtsextremer Überfall in Sachsen-Anhalt - Zeugin ruft Polizei
erstellt 15.07.07, 15:52h, aktualisiert 15.07.07, 15:54h
Magdeburg/dpa. Fünf Wochen nach dem Überfall auf eine
Theatergruppe in Halberstadt haben jetzt Anhänger der rechten Szene
in Magdeburg fünf junge Russlanddeutsche attackiert und verletzt.
Nach Angaben der Polizei vom Sonntag forderte ein mutmaßlich rechts
Gesinnter die Jugendlichen zwischen 18 und 23 Jahren auf, einen
Parkplatz nahe eines rechten Szenetreffs zu verlassen. Dann sei er
zunächst verschwunden und kurz darauf mit Verstärkung zurückgekehrt.
Die Angreifer beschimpften die jungen Leute zunächst, schlugen und
traten dann auf sie ein. Die fünf Opfer, vier Männer und eine Frau,
konnten ihren Peinigern schließlich leicht verletzt entkommen.
Eine Zeugin, die den Überfall beobachtete, rief die Polizei. Diese
konnte in Tatortnähe einen 34-jährigen Tatverdächtigen ermitteln. Wie
viele Angreifer zu der Neonazi-Gruppe gehörten, ist noch unklar. «Die
Angaben der Zeugin und der Opfer variieren zwischen fünf und zehn»,
sagte ein Polizeisprecher. Die weiteren Täter seien derzeit noch
unbekannt. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der gefährlichen
Körperverletzung.
Anfang Juni hatte der brutale Überfall rechtsextremer Schläger auf
Ensemblemitglieder des Nordharzer Städtebundtheaters in Halberstadt
für Aufsehen gesorgt. Fünf der insgesamt 14 Tänzer, Musiker und
Statisten wurden bei dem Angriff zum Teil schwer verletzt. Den 19 bis
32 Jahre alten Opfern wurden Zähne ausgeschlagen, Knochen gebrochen
und schwere Verletzungen im Gesicht zugefügt. Nach dem Neonazi-Überfall hatte es massive Fehler der eingesetzten Polizeibeamten
gegeben. Bisher sind vier von etwa acht mutmaßlichen Angreifern
gefasst.



































