Halberstadt
Prozess wegen Überfalls auf Theatergruppe beginnt im Herbst
Oberstaatsanwalt übt Kritk: Verfahren zögert sich zu lange hin
erstellt 12.07.07, 18:40h

Der Intendant des Nordharzer Städtebundtheaters, Andre Bücker (l.), besucht das Ensemblemitglied Alexander Junghans im Krankenhaus Halberstadt. (Foto: dpa)
Halberstadt/ddp. Der Prozess wegen des Überfalls von
Rechtsradikalen auf eine Theatergruppe in Halberstadt soll im Herbst
beginnen. Für den 4. Oktober sei der erste Verhandlungstag vor dem
erweiterten Schöffengericht in Magdeburg angesetzt worden, sagte
Oberstaatsanwalt Helmuth Windweh am Donnerstag in Halberstadt. Er
kritisierte, so lange dürfe sich das Verfahren nicht hinzögern.
Zeugen müssten bis zu ihrer Aussage zu lange warten. Das Amtsgericht
war zunächst nicht zu einer Stellungnahme zu erreichen.
Die Staatsanwaltschaft wirft vier Männern im Alter von 22 bis 29
Jahren gemeinschaftliche gefährliche Körperverletzung vor. Der
Strafrahmen reicht von sechs Monaten bis zu zehn Jahren.
Rechtsradikale hatten am 9. Juni in Halberstadt eine Gruppe von 14
Schauspielern überfallen und fünf von ihnen zum Teil schwer verletzt.
Der Fall hatte zusätzlich für Empörung gesorgt, weil die Polizei
einen stadtbekannten und einschlägig vorbestraften 22-Jährigen, der
am Tatort von Opfern wieder erkannt worden war, zunächst hatte laufen
lassen. Er gehört zu den vier Angeklagten und hat die Tatbeteiligung
während der Untersuchungshaft gestanden.



































