Sangerhausen
Asylbewerberheim regelmäßig Ziel von Überfällen
Opfer: Brandanschlag kein Einzelfall - Vier mutmaßliche Neonazis vor Gericht
erstellt 09.07.07, 14:23h

Der Angeklagte Danny R. im Gerichtssaal: Der Prozess wegen des Brandanschlags auf eine Asylbewerberunterkunft in Sangerhausen geht weiter. (Foto: dpa)
Halle/dpa. Die Asylbewerberunterkunft in Sangerhausen ist
einem früheren Bewohner zufolge schon vor dem Brandanschlag vor einem
halben Jahr regelmäßiges Ziel von Attacken gewesen. So seien eine
Eingangstür mit einem Toilettenbecken zerstört und ein Gullydeckel in
ein Fenster geworfen worden, sagte der 24 Jahre alte Afrikaner am
Montag als Zeuge am Landgericht Halle. Wenige Tage vor dem Anschlag
sei eine Flasche in sein Fenster geworfen worden. Er habe wegen der
Angriffe Angstzustände und Albträume gehabt und wohne nun in einem
anderen Heim.
Angeklagt sind vier mutmaßliche Neonazis. Die Staatsanwaltschaft
wirft den drei Männern und einer Frau im Alter von 21 bis 27 Jahren
versuchten Mord sowie besonders schwere Brandstiftung vor. Beim Motiv
gehen die Ermittler von Fremdenhass und Rache aus. Das Quartett sitzt
in Untersuchungshaft.
Am dritten Verhandlungstag schilderte der Afrikaner, der auch
Nebenkläger ist, dass er am frühen Morgen des 6. Januar wegen Lärms
aufgewacht sei und in seiner Küche einen Feuerschein gesehen habe.
Weil der Ausgang nicht mehr erreichbar gewesen sei, sei er aus seinem
Fenster im Erdgeschoss gestiegen und habe sich aus Angst vor den
Tätern lange im Hof aufgehalten. Er informierte zudem andere
Heimbewohner und rettete sie damit.
Der Prozess dauert voraussichtlich bis zum 23. August. Bei einer
Verurteilung drohen den Angeklagten bis zu 15 Jahre Haft. Am
kommenden Montag sollen Angehörige der rechten Szene als Zeugen
vernommen werden.




































































































