Film über Gewalt verschoben
ARD macht einen Fehler
VON Andreas Montag, 24.09.06, 19:24h, aktualisiert 24.09.06, 19:24h
Halle/MZ. Die Jugendschützer in der ARD seien es gewesen, heißt es, die den Ausschlag gaben: Der Fernsehfilm "Wut" darf nicht zur besten Sendezeit, sondern erst um zehn Uhr abends gesendet werden, die anschließende Diskussion schwappt folglich in die Nacht. Fritz Pleitgen, Intendant des Westdeutschen Rundfunks, der den Film für das Gemeinschaftsprogramm der ARD beisteuert, ist verärgert darüber.
Zu Recht. Denn das erklärte Bemühen, jugendliche Zuschauer vor einem Film zu beschützen, der die Probleme behüteter deutscher Jugendlicher und schlechter gestellter Migrantenkinder verhandelt, ist eher absurd. Man fragt sich schon, in welcher Welt man leben muss, um daran zu glauben, dass durch Verschweigen realer Gewalt Frieden einkehren würde.
Hinzu kommt, dass nicht wenige von den Schützenswerten hinreichende Gelegenheit haben, in technisch aufgerüsteten Kinderzimmern Ungeeignetes zu konsumieren, ohne dass ein Hahn danach krähte. Die Gelegenheit, Kinder und Eltern miteinander ins Gespräch zu bringen, ist hier jedenfalls vertan. Denn freitags um Zehn brechen die jungen Leute allmählich zur Disko auf. Im Übrigen: Was für Viertel nach Acht nicht taugen soll, bleibt vielleicht auch später besser im Kasten.












































