Demonstrationen
Proteste gegen Irans Staatschef vor WM-Spiel in Nürnberg
Mehrere Redner fordern ein Einreiseverbot für Mahmud Ahmadinedschad
erstellt 11.06.06, 18:51h, aktualisiert 12.06.06, 13:28h

Freunde Israels und deutsche Juden demonstrieren am Sonntag (11.06.2006) auf einer Kundgebung der israelitischen Kultusgemeinde in Nürnberg mit einem Banner mit der Aufschrift «Viva Israel! Es lebe die Freiheit!». (Foto: dpa)
Nürnberg/dpa. Mehr als 1000 Demonstranten haben am Sonntag vor
dem WM-Spiel Iran-Mexiko in Nürnberg (18.00 Uhr) gegen die Politik
des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad protestiert.
Mehrere Redner forderten ein Einreiseverbot für den iranischen
Staatschef. Sie erklärten, für Holocaust-Leugner gebe es keinen
Platz in Deutschland. Der Deutschlandbesuch von Ahmadinedschads
Stellvertreter, Mohammed Aliabadi, anlässlich der Fußball-WM sei
eine «Schande für Deutschland». Die Polizei sprach von 1200
Kundgebungsteilnehmern, darunter viele deutsche Juden.
Die Demonstranten hatten den Kundgebungsplatz in der Nürnberger
Altstadt in ein Meer aus weiß-blauen israelischen Fahnen getaucht.
Auf Transparenten hieß es unter anderem «Die Rote Karte für
Ahmadinedschad» und «Viva Israel - Es lebe die Freiheit». Der
Protest verlief friedlich. Zu der Kundgebung hatten zahlreiche
jüdische Organisationen aufgerufen.
Der bayerische Innenminister Günther Beckstein (CSU), derzeit
Vorsitzender der Innenministerkonferenz von Bund und Ländern, warb
bei der Kundgebung für ein entschlossenes Vorgehen gegen
Antisemitismus. «Führen wir in aller Deutlichkeit vor Augen, dass
Bayern und Deutschland ebenso wie die gesamte westliche Welt fest an
der Seite des Staates Israel und der jüdischen Mitbürgerinnen und
Mitbürger stehen», sagte Beckstein. Dabei betonte er, der Protest
richte sich nicht gegen das iranische Volk, sondern allein gegen die
«unerträglichen verbalen Attacken» von Ahmadinedschad.
«Ich sage es mit aller Deutlichkeit: Ahmadinedschad ist bei uns
nicht willkommen. Allein sein Diplomatenpass wird ihn vor einer
sofortigen Festnahme schützen», sagte Beckstein. Mit seinem Leugnen
des Holocausts und des Existenzrechts Israels stelle sich der
iranische Präsident außerhalb der zivilisierten Welt. «So sehr wir
die iranischen Besucher und ihre Nationalelf willkommen heißen, so
sehr müssen wir umgekehrt auch sagen, wie sehr wir Ahmadinedschad
verachten», unterstrich der CSU-Politiker.
Der Vorsitzende der Vereinigten Israel Aktion, Michel Friedman,
sprach sich energisch für ein Einreiseverbot für Ahmadinedschad aus.
Komme es dennoch zum Besuch, dürfe mit ihm nicht anders verfahren
werden als mit einem Neonnazi, der die Vernichtung von Millionen von
Juden während der Nazi-Zeit leugne. «Wir haben gelernt: Wehret den
Anfängen, und Ahmadinedschad ist weit über die Anfänge hinausgangen.
Deshalb dürfen wir dem Hitler des 21. Jahrhunderts nicht mit einem
diplomatischen Schmusekurs begegnen», forderte Friedman.













































