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Sachsen

5000 Menschen stellen sich 550 Neonazis entgegen

Gegendemonstranten blockierten Marschrouten - Verletzte und Festnahmen nach schweren Ausschreitungen

erstellt 01.05.06, 17:06h, aktualisiert 01.05.06, 17:14h
Brennende Barrikade nahe dem Leipziger Rathaus
Eine brennende Barrikade nahe dem Leipziger Rathaus, aufgenommen am Montag (01.05.2006) in Leipzig. (Foto: dpa)
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Leipzig/dpa. Rund 5000 Menschen haben sich am Montag in Leipzig zwei Neonazi-Demonstrationen mit insgesamt 550 Teilnehmern entgegen gestellt. Sie blockierten deren Marschrouten in den alternativ geprägten Stadtteil Connewitz. Dabei kam es zu teils schweren Ausschreitungen aus der gewaltbereiten linken Szene. Es flogen Steine und Flaschen. Brennende Müllcontainer wurden als Barrikaden benutzt und Feuerwerkskörper gezündet. Zeitweise kam es zu direkten Konfrontationen zwischen Rechten und Linken.

Die Polizei drängte die Lager auseinander und setzte Pfefferspray ein. Es gab Verletzte. Die Polizei war mit mehr als 2000 Beamten aus mehreren Bundesländern im Einsatz. In der Stadt waren außerdem Kommunikationsteams mit Polizisten und Mitarbeitern des Ordnungsamtes unterwegs, um Konflikte zu entschärfen.

Die von den Neonazis Christian Worch und Steffen Hupka angemeldeten Demonstrationen waren nur unter strengen Auflagen genehmigt worden. Auf beiden Demonstrationsrouten - am Hauptbahnhof und im Südosten der Stadt - hielten Gegendemonstranten die Neonazis mit Sitzblockaden auf.

Unterdessen rief Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) zur Gewaltlosigkeit auf. «Ich hoffe, dass die Bilder von friedlichen Leipzigern den Tag prägen werden, die gegen braune Ideologie Flagge zeigen», sagte Jung bei der traditionellen Maikundgebung des DGB. Ein breites Aktionsbündnis hatte für den 1. Mai unter dem Motto «Leipzig. Courage zeigen» eine Vielzahl von Veranstaltungen organisiert. Die Grünen veranstalteten ein Frühlingsfest. An der Nikolaikirche begann kurz vor Mittag eine Demonstration unter dem Leitgedanken «Leipziger Freiheit gegen braune Gewalt».

Bereits am Sonntagabend 14 000 Menschen zum Openair-Konzert am Völkerschlachtdenkmal gekommen und hatte friedlich ein Zeichen gegen Rechts gesetzt.


    
    
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