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Archäologie mit spitzem Bleistift

Kornelia Brüning ist Fundzeichnerin in Salzmünde

VON Kornelia Privenau, 29.03.06, 16:22h, aktualisiert 29.03.06, 22:19h
Fundzeichnerin Kornelia Brüning
Hier ist sie in ihrem Element. Die Fundzeichnerin Kornelia Brüning arbeitet mit den Archäologen im Salzmünder Erdwerk. (MZ-Foto: Lutz Winkler)
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Salzmünde/MZ. Dicke Stiefel und eine warme wattierte Jacke braucht Kornelia Brüning, wenn sie von Halle nach Salzmünde zur Arbeit fährt. Dort oben, auf dem freien Feld am ehemaligen Kieswerk, da pfeift der Wind tüchtig, auch wenn die Sonne einen blauen Himmel zaubert.

Die 46-jährige Grafikdesignerin und Werbegestalterin ist Grabungszeichnerin bei den Archäologen, die die künftige Baustelle für den Autobahnbau bei Schiepzig / Salzmünde untersuchen. Bleistift und Block hat sie immer dabei, "und schon wieder einen neuen Posten Stifte bestellt", wie sie lachend erzählt.

Zu dieser Arbeit sei sie mehr zufällig. Das war schon 1999. Seitdem war sie an sechs größeren Grabungsfeldern in ganz Sachsen-Anhalt beteiligt. Ein Unterbrechung gab es nur, als sie eine Babypause eingelegt hat. Nun ist das jüngste ihrer Kinder schon fünf Jahre alt und sie längst wieder mittendrin in der Forschungsarbeit.

"Ich arbeite eng mit den Archäologen zusammen. Sie wissen, welche Funde und Fundstellen gezeichnet werden müssen, um Aufschluss über ein Grabungsfeld zu finden", sagt Frau Brüning. Das rote Haar mit Gummi im Nacken und einem breiten Stirnband gebändigt, steht sie neben den Ausgräbern, Block und Stift immer dabei.

Natürlich sind viele Zeichnungen auch im Stützpunkt der Archäologen am Schreibtisch entstanden. Zum Beispiel das Bild mit dem Jungen, der rund 3500 vor Christus gelebt hat, dessen Skelett die Archäologen gefunden und der Anthropologin Sandra Pichler zur Untersuchung übergeben hatten. Die Wissenschaftlerin arbeitet eng mit der Fundzeichnerin zusammen. So auch in diesem Fall. Brüning: "Anhand der Knochen ist herausgefunden worden, dass der Junge ein Hüftleiden hatte. So habe ich ihn dann auch gezeichnet. Und ich versuchte außerdem, anhand der Grabungsergebnisse ihm auf dem Bild so etwas wie eine Heimatsiedlung, ein Dorf zu geben."

Dr. Christoph Sommerfeld, Koordinator der Grabungen auf dem Salzmünder Erdwerk, bescheinigt Kornelia Brüning eine "gute, schnelle und sehr präzise Arbeit". Die Zeichnerin hat ihre Darstellungen schon in wissenschaftlichen Veröffentlichungen und Büchern wieder gefunden. "Das ist auch eine besondere Anerkennung meiner Arbeit", sagt Frau Brüning.


    
    
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