Extremismus
Erneuter Eklat im Prozess gegen Holocaust-Leugner
Auch zweite Verhandlung gegen Zündel liegt jetzt vorerst auf Eis
erstellt 09.03.06, 13:16h, aktualisiert 09.03.06, 14:53h

Sylvia Stolz und Jürgen Riege, Verteidiger von Ernst Zündel, unterhalten sich im Verhandlungssaal des Landgerichts von Mannheim. (Foto: dpa)
Mannheim/dpa. Das Landgericht Mannheim hat auch den zweiten
Prozess gegen den Holocaust-Leugner Ernst Zündel vorerst ausgesetzt.
Das Oberlandesgericht Karlsruhe soll nun entscheiden, ob die
Wahlverteidigerin des Angeklagten wegen des dringenden Verdachts
einer versuchten Strafvereitelung auszuschließen sei, sagte der
Vorsitzende Richter am Donnerstag. Der Anwältin warf er vor, ihr gehe
es in erster Linie um politische Agitation und Prozessverschleppung.
Ein erster Prozess war im November geplatzt.
Wann das Oberlandesgericht eine Entscheidung fällen wird, war
zunächst unklar. Für den Ausschluss eines Verteidigers gibt es im
Gesetz hohe Hürden. Der Angeklagte soll aus dem kanadischen Exil den
millionenfachen Mord an den Juden in der NS-Zeit abgestritten haben.
Er hat sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert.
Im vergangenen November hatte Richter Ulrich Meinerzhagen der
Anwältin das Mandat als Pflichtverteidigerin entzogen, weil sie in
einem Antrag zum Hass gegen Juden aufgestachelt habe. Auch mit ihrer
Mitwirkung als Wahlverteidigerin sei ein «ordnungsgemäßes Verhandeln»
nicht möglich, sagte Meinerzhagen jetzt. «Es geht ihr in erster Linie
um politische Agitation und um Prozessverschleppung.» Die Anwältin
habe das Verfahren wiederholt mit den Nürnberger Prozessen in
Zusammenhang gebracht und mit Nazi-Vergleichen verunglimpft. «Es ist
absehbar, dass die Rechtsanwältin an der Sabotage des Verfahrens auch
weiterhin festhalten wird.»






























